23.05.2010
Nächste Station: Brutkolonie Wangerooge
(Joachim Springer) Über 100 Gäste unternahmen am Pfingstsonntag eine Sonderfahrt mit der Inselbahn in die Salzwiesen Wangerooges. Die Salzwiesen in der Lagune von Wangerooge gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und sind streng geschützt, da hier viele Wasser- und Watvögel brüten. Kein Weg führt durch diesen Bereich, denn Fußgänger würden die Vögel in helle Aufregung versetzen. Die Gleistrasse führt jedoch mitten durch die Salzwiese hindurch. Doch die Inselbahn stellt keine Störung dar, die Tiere kennen sie und wissen, dass von ihr keine Gefahr ausgeht. Trotzdem ist es erstaunlich, dass manche Vögel ihre Nester nur wenige Schritte von den Gleisen entfernt bauen. So ließen sich brütende Lach- und Heringsmöwen, Seeschwalben und Austernfischer aus nächster Nähe beobachten. Zur großen Freude der kleinen und großen Vogelfans, gelang es sogar, einen Blick auf die braun gesprenkelten Eier im Nest einer Silbermöwe zu werfen. Das Team vom Nationalpark-Haus und Mellumrat e. V. stattete die Gäste mit Ferngläsern aus, half beim Finden der brütenden Vögel und informierte über die gefiederten Bewohner der Salzwiesen. Behutsam und in guter Zusammenarbeit steuerten die Mitarbeiter der Schiffs- und Inselbahn Wangerooge den Zug, so dass die Aktion ein voller Erfolg wurde, freut sich Silke Schmidt, die Leiterin des Nationalpark-Hauses. Der Wangerooger „Vogelzug“ wird übrigens im Oktober, im Rahmen der 2. Niedersächsischen Zugvogeltage, wieder auf die Reise gehen. Dann werden die Zugvögel im Mittelpunkt stehen, von denen Jahr für Jahr 10 bis 12 Millionen im Wattenmeer rasten.