Die Pressemitteilung

18.02.2010
Hohe Inselzuschläge bei Postdienstleistungen

MdB Gitta Connemann fragt: Sind Inselzuschläge rechtmäßig?

Viele Insulaner ärgern sich zunehmend über die Zahlung von Inselzuschlägen für Postdienstleitungen. Diese stellen auch für die Borkumerinnen und Borkumer nicht nur eine ärgerliche finanzielle Belastung dar.
Sie hindern darüber hinaus an der Teilnahme am Internethandel. Denn gerade private Internetanbieter lehnen zunehmend eine Versendung ab, wenn ein Inselzuschlag erhoben wird.

„Hier wird mit unterschiedlichen Karten gespielt,“ erklärte die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann, die von Insulanern auf das Problem hingewiesen worden war. Denn eine Bestellung über eBay oder aus dem Katalog führt häufig zu Folgekosten, sofern die Postsendung nicht per DHL transportiert wird.

Die Inselzuschläge sind zum Teil horrende. Dies verdeutlicht die Aufstellung eines Borkumer Bürgers:

Unternehmen
Preis für ein einfaches Paket
Inselzuschlag
DHL
..6,90 Euro
0,00 Euro
UPS
..Gestaffelt nach Zonen
6,50 Euro
Hermes
..4,30 Euro
7,00 Euro
DPD
..4,00 Euro
12,50 Euro
GLS
..4,10 Euro
13,95 Euro
illox
..8,79 Euro
35,00 Euro (und mehr)
Paketshop Köln
.12,60 Euro
25,00 Euro

Vor diesem Hintergrund hatte sich Connemann an den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, gewandt. Ihre Frage lautete: „Sind diese Inselzuschläge rechtmäßig?“ Die Antwort lautet: ja! Kurth teilte Connemann jetzt mit, dass der Post-Universaldienst nach § 11 Abs. 1 Postgesetz ein Mindestangebot an Postdienstleitungen, flächendeckend, in einer bestimmten Qualität und zu einem erschwinglichem Preis, umfasse. Diesem werde mit dem kostenlosen Dienst der DHL Genüge getan. Laut Kurth würden die Unternehmen mit hohen Inselzuschlägen diese bewusst ansetzten, um Lieferungen auf Inseln zu vermeiden. Eine eigene Preisgestaltung wiederspreche aber nicht den Vorgaben.

Connemann: „Ob ein einzelner Post-Anbieter ohne Inselzuschlag ausreichend ist, ist fraglich. Wie Präsident Kurth mitgeteilt hat, muss die weitere Entwicklung abgewartet werden – mit nicht nur einem wachen Auge. Daher werde ich mich auch weiterhin mit dem Thema der Inselzuschläge befassen und gerne Ansprechpartnerin bleiben.“





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