09.02.2010
Ein Jahr Natur pur

Lena Maria Brenner (20), Marischa-Iglé Anders (20) und Daniel Schollenberger (20) haben sich entschlossen, zwischen Abitur und Studium ein Jahr auf Wangerooge zu leben. Während Ihres freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) erfahren sie, dass jeder einzelne von Ihnen bedeutende Arbeit für den Naturschutz leistet. Seit September sind die drei auf Wangerooge, ihre Tätigkeit im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und das Inselleben gefällt ihnen sehr gut.
Lena Maria Brenner aus Korb bei Stuttgart wirkt im Nationalpark-Haus, ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Sie veranschaulicht den Menschen, warum das Wattenmeer so besonders ist. Mal ist sie mit Schulklassen unterwegs, baut Wangerooge aus Sand nach, stellt den Kindern Dünengräser und Strandkrabben vor, lässt sie Muschelschalen und Schneckenhäuschen fühlen und an Meeresalgen schnuppern. Oder sie führt Touristinnen und Touristen durch den Nationalpark, berichtet über wandernde Inseln und den ökologischen Reichtum im Wattenmeer, leitet durch duftende Dünentäler und am Sandstrand entlang. Dabei ergänzt Lena Maria aktives Naturerleben mit interessanten Informationen rund um Wangerooge, das Wattenmeer, den Nationalpark und das Weltnaturerbe.
Auch beim Mellumrat e.V., einer Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft, wird Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Bereits seit 1935 ist der Verein auf Wangerooge tätig und betreut heute die Flächen des Nationalparks. Marischa-Iglé Anders aus Salzhemmendorf bei Hameln und Daniel Schollenberger aus der Nähe von Stuttgart stellen auf ihren Führungen die Vögel des Wattenmeeres vor. Mit dem Fernrohr auf dem Deich informieren sie nicht nur über die Vogelwelt Wangerooges, sondern auch über ihre weiteren Aufgabe als Naturschutzwarte, wie die Brutvogelerfassung im Frühjahr und ganzjährig durchgeführte Vogelzählungen. Auch landschaftspflegende Tätigkeiten gehören zum Alltag eines Naturschutzwartes: Mit Freischneidern werden die Wiesen hinter den Deichen von hereinwuchernden Sträuchern und kleinen Bäumen befreit, um sie als Brutgebiete für Kiebitze und Uferschnepfen zu erhalten.
Während des freiwilligen ökologischen Jahres lernen wir für unser Leben, sind sich die drei einig und führen weiter aus: Im Zentrum des Vogelzuges und von Wasser und Wind umgeben, manchmal auch von einer Sturmflut, erscheint uns die Natur noch viel einzigartiger, faszinierender und schützenswerter. Man könnte es auch mit den Worten Robert Walzers ausdrücken: „ Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es.“
Für die Natur im Einsatz
Das Freiwillige Ökologische Jahr Niedersachsen ermöglicht Jugendlichen, nach der Schule ein Jahr lang im Umwelt- und Naturschutz zu arbeiten und auf diese Weise praktische Erfahrungen zu sammeln. Begleitet wird das Jahr durch fünf Seminare, bei denen sich alle „FÖJler“ einer Region treffen. Im Vordergrund stehen hierbei Umweltthemen, die von den Teilnehmern mitbestimmt werden können.
Das FÖJ ist ein Angebot für junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren mit Lust auf Naturschutzarbeit. Der Bewerbungsschluss für das FÖJ 2010/2011 ist der 15. März 2010.
Infos und Bewerbungsunterlagen im Internet unter
www.nna.niedersachsen.de