Das Tagesbild

20.03.2009
Kinder-Spiel-(H)aus


Das vorerst noch verwaiste Kinderspielhaus. Kernöffnungszeit von Ostern bis Oktober 10 bis 18 Uhr.

( hp) "Es ist nicht akzeptabel, dass der Kurbetrieb für Inselkinder die Nutzung des Spielhauses finanziert". Mit diesem Satz wird Bürgermeister Holger Kohls in einem Bericht der Nord-West-Zeitung über die letzte Ratssitzung zitiert.
Es ist schon erstaunlich, auf welches Argumentationsgemenge ein gewählter Politiker sich manchmal einläßt.

Es geht um die Kosten von 100.000 Euro, die das Kinderspielhaus jährlich verursacht. So gilt als gesichert, dass ab 2010 ein Eintrittsgeld erhoben werden soll. Da aber im vergangenen Jahr die Kurtaxe angehoben wurde, könne man die Urlauberkinder vorerst nicht mit einer Gebühr für die Nutzung des Kinderspielhauses belasten. Insulanerkinder dagegen sollten schon in diesem Jahr zur Kasse gebeten werden.
Offenbar vergißt unser guter Bürgermeister, dass auch die Insulaner einen erkläglichen Beitrag zu den Kosten des defizitären gemeindeeigenen Kurbetriebs beitragen, dessen Defizit hauptsächlich durch schlechte wirtschaftliche Entscheidungen in der Vergangenheit durch die Entscheidungsträger zustande gekommen ist. Nun die Insulanerkinder dafür mit einer vorgezogenen Gebühr abzustrafen und wie oben zu argumentieren, ist schon, gelinde gesagt, etwas bürgerfremd. Dieser Vorschlag muss dringend vom Tisch und in der hintersten, untersten Schublade für immer verschwinden.

Ratsherr Detlef Schulz forderte auch weiterhin freien Eintritt für die Inselkinder. Diese seien schon genug benachteiligt.

Das hochdefizitäre Freizeitbad müsse in die Sparbemühungen der Kurverwaltung mit einbezogen werden mahnte Ratsherr Uwe Osterloh. Ratsherr Peter Kuchenbuch forderte dagegen die Suche nach "inteligenten" Lösungen. Man dürfe die Insel nicht kaputtsparen.

Der Wirtschaftsplan der Kurverwaltung sieht für das Jahr 2009 Einnahmen in Höhe von 4.222.500 Euro und Ausgaben in Höhe von 5.485.000 Euro vor, so dass ein Defizit von
1.262.500 wohl übrig bleiben wird. Hoffentlich haben die Planer die Wirtschaftskrise mit verrechnet, von der behauptet wird, dass sie irgendwann nicht nur in den Köpfen sondern auch in der Geldbörse der Verbraucher angekommen sein wird.




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