08.07.2008
Kollateralschaden.........?????

(Von Jan Gerdes) Mit Sorge betrachte ich die Entwicklung des Jadefahrwassers vor der Insel Wangerooge.
Seit 1958 wird das Jadefahrwasser für den Schiffsverkehr nach Wilhelmshaven ausgebaggert.
Seine Unterhaltung ist von zwei Baggerschwerpunkten gekennzeichnet:
- Außenjade zwischen km 41 und 49 ("Wangerooger Fahrwasser")
- Innenjade zwischen km 6 und 13 vor den Anlegebrücken.
Die gesamten Baggermengen aus dem Jadefahrwasser werden durch Umlagerung auf Klappstellen verbracht. Die Klappstellen für die Jadeunterhaltung liegen im Bereich des äußeren Jade-Weser-Gebietes nördlich bzw. östlich der Insel Wangerooge.
Es ist der Sand der Insel Wangerooge, der in der Fahrrinne landet. Jährlich muß die Kurverwaltung Ihren Badestrand auf eigene Kosten wieder auffahren, nachdem Stürme große Sandmengen in die Fahrrinne beförderten.
Der Sand für den Badestrand wird vom östlichen Teil des Inselstrandes entnommen und zum Hauptbadestrand transportiert. Jedes Jahr müssen die Dumper weiter nach Osten fahren, um überhaupt noch Sand entnehmen zu können, was die Angelegenheit natürlich auch verteuert.
Wo ist er geblieben, der kostbare Inselsand? .....Er liegt jetzt auf den Klappstellen nördlich der Insel....mit anderen Worten gesagt: die Insel wird permanent Stück für Stück abgebaut.
Das Strandniveau ist schon deutlich gesunken, der Inselsockel wird steiler, die Dünen reißen ab.
Auf die Frage hin, ob man den gebaggerten Sand nicht wieder vor Wangerooge ausbringen könne, antwortet Herr Alkes vom WSA in dem Sinne, daß man diesen Sand nicht gleich wieder ein paar Tage später ausbaggern wolle. Er gibt damit zu, daß der Inselsand in die Fahrrinne rutscht.
Man nimmt also billigend in Kauf, daß die Insel Wangerooge für die Gewährleistung und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs nach Wilhelmshaven, geopfert wird.
Es kommt noch schlimmer.....Für den geplanten Jade-Weser-Port muß das Jadefahrwasser auf 25 Meter Wassertiefe (heute 18,5 Meter) vertieft werden. Wo soll das nur hinführen?
Die ostfriesischen Inseln sind Bollwerke gegen die Stürme...sie schützen das Festland.
Die Inseln sind aber auch Lebensraum und Heimat für uns Insulaner. Wir verlieren sprichwörtlich „den Boden unter den Füßen“.
Läßt sich denn keine andere Möglichkeit des Schiffsverkehrs nach Wilhelmshaven finden, z.B. über das Weserfahrwasser und durch die Mittelrinne?
Ich würde mich freuen, wenn man sich bei den zuständigen Behörden darüber mal Gedanken machen würde, und zwar schnell, bevor es zu spät ist....
Jan Gerdes
Bahnhofstr. 3
26486 Wangerooge