Die Info


23.12.2007
"BörsenSchluß"



(hp) Am 31. Oktober schloss eine der letzten Traditionsgaststätten der Insel endgültig ihre Tore. Anfang Dezember wurden die letzten Einrichtungsgegenstände entsorgt. Das "Aus" für die "Börse" kam nach einem jahrelangen Kampf gegen die sich verschlechternde deutsche Wirtschaftslage mit ihren Auswirkungen auf das Ausgabeverhalten der Bürger, dem insularen Standortnachteil abseits der Flaniermeile "Zedeliusstraße" und der stetig wachsenden Zahl an Ferien- und Eigentumswohnungen, an die 2.500 auf der Insel, in denen sich die Feriengäste zunehmend selbst bekochen. So das Fazit von Hans-Jürgen-Jürgens in seinem bemerkenswerten Bericht über die 135 jährige Historie dieser Inselgaststätte in der Novemberausgabe des Wangerooger Inselboten.
Der Bericht schließt mit dem Abschnitt: Der letzte Tag der Gaststätte "Zur Börse" war am 31. Oktober 2007. Noch einmal hatte Ameli "volles Haus", dann heißt es Abschied nehmen. Damit endet die 135 jährige Geschichte der Gaststätte "Zur Börse". Sie überdauerte gute, aber auch schwere Zeiten, in denen hart gearbeitet und lange um die Existenz gerungen wurde. Unzählige Insulaner und Gäste fanden beim Knobeln, beim Kartenspiel und beim Zechen Entspannung. Ungezwungene Geselligkeit und urgemütliche Geborgenheit, das war die besondere Atmosphäre der "Börse". Das ist nun unwiederbringlich vorbei.
Von der Schwester des Neides, der Schadenfreude, die sich bei der überlebenden Konkurrenz gerne einquartiert, ist nichts zu spüren. Kummer und Betroffenheit bestimmen die allseitige Stimmung.
Die Baracke wird abgerissen werden. Für die Baubehörde ist es nur ein Verwaltungsakt, für Realisten die Beseitigung der letzten Kriegserinnerung, für manche Insulaner aber das Schwinden eines vertrauten Stücks Heimat.
Zitat Ende.

Gerungen wurde auch dieser Tage wieder um die "Börse". Die Pläne des neuen Besitzers nach dem Abris der Baracke, vorgesehen im Frühjahr 2008, dort Ferienwohnungen zu bauen, wurde vom Inselrat abgelehnt. Auch der Vorschlag des Investors auf der Freifläche ein kleines Lokal zu errichten und den bisherigen "Saal" im Hauptgebäude zu Ferienwohnungen auszubauen, fand keine Zustimmung. Es sei denn, der "Saal" bleibt als Versammlungsraum erhalten, so ein Beschlußvorschlag des Bauausschusses an den Gemeinderat.
Doch der Betreiber hat bereits abgewunken. Er werde die Gaststätten-Pläne aufgeben, da der Betrieb mit der Rats-Auflage unrentabel wäre. Mit dem Umbau des Versammlungsraumes zu einer Ferienwohnung habe er bereits begonnen. Da dieser Umbau den Vorgaben des Bebauungsplanes entspricht, hat der Gemeinderat nun keine Möglichkeit der Einflußnahme mehr.

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