Die Info

Peter Kuchenbuch

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Wangerooge, den 30.09.2007 

Presseinfo 07/07 Die Grünen Wangerooger

Neue Argumente und Fakten, die Herr Neuhaus von Herrn Kuchenbuch im Interview des Jeverschen Wochenblattes vom 29.09.2007 fordert:

Die ökologischen Gründe der Grünen Wangerooger die gegen einen Golfplatz im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sprechen sind hinlänglich bekannt und bedürfen zur Zeit keiner Neuauflage!

Herr Neuhaus wirft Herrn Kuchenbuch eine Art von Verhinderungspolitik gegen den geplanten Golfplatz auf Wangerooge vor, die für die Insel seiner Ansicht nach nicht nützlich sei. Verhindern wollen wir den Golfplatz ja auch, damit sind wir schließlich als eines der zentralen Themen in den Wahlkampf 2006 gezogen!

Allerdings sehen die Grünen Wangerooger eine Verhinderungspolitik ganz anderer Art zurzeit eher in der Handlungsweise von Wangerooges Bürgermeister Holger Kohls. „Hier sollte Herr Neuhaus ggf. mal vorstellig werden, schließlich wird dieser auch „sein Geld“ ausgeben!“ so Kuchenbuch.

Trotz Hinweises der Unteren Naturschutzbehörde, dass eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) für den geplanten Golfplatz im Ostinnengroden auf Wangerooge nur Aussicht auf Erfolg hat, wenn die für die UVS benötigten Daten von Flora, Fauna etc. auf der gesamten Insel erhoben werden müssen, besteht Wangerooges Bürgermeister Kohls darauf, für die geplante UVS vom Mellumrat nur die Daten des Ostinnengrodens einzukaufen.

„Das wäre in etwa so, als wenn man die Verkehrsdichte einer zu untersuchenden Autobahn nur auf einem Parkplatz an dieser Autobahn untersuchen möchte, ohne dabei die eigentliche Autobahn zu berücksichtigen!“ kommentiert Kuchenbuch Kohls „Uneinsichtigkeit“. Der Mehraufwand beträgt lediglich ca. 2500.- €. Welche Intention verfolgt Bgm. Kohls mit dieser Strategie, wenn nicht die einer Verzögerung, und warum, dies sollte Herr Neuhaus mal den Bürgermeister fragen!

Herr Neuhaus behauptet unlängst vor dem Bürgerverein, dass ab 2008 mit dem Bau des Golfplatzes begonnen werden kann. Offenbar hat Bürgermeister Holger Kohls Herrn Neuhaus nicht darüber informiert, dass die Floradaten für die UVS zunächst noch erhoben werden müssen und dies bis Ende 2008  dauert. Die Auswertung der Studie zur Änderung des Flächennutzungsplanes etc. wird nach Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde nochmals ein Jahr also bis ca. Ende 2009 dauern. Sollte die Untere Naturschutzbehörde recht behalten und für die UVS müssten Daten von der ganzen Insel berücksichtigt werden, kommt es zu einer weiteren Verzögerung um vermutlich erneut einem Jahr. Mit dem Bau könne also nicht vor Ende 2010/ Anfang 2011 begonnen werden. Dann haben wir allerdings schon wieder kommunalen Wahlkampf und der Golfplatz könnte erneut zum Wahlkampthema werden. Aber bitte, bitte die Verzögerung nicht Herrn Kuchenbuch in die Schuhe schieben, der kann dann wirklich nichts dafür!

Diese Verzögerung ist dann von den Grünen Wangeroogern für den Wahlkampf 2011 nicht zwingend herbeigeführt worden und wir werden uns dann auch nicht mit falschen Federn schmücken, denn wir haben genügend andere ökologische Themen die auf der Insel umzusetzen wären, allerdings wären wir auch nicht böse drum, wenn unsere politischen Gegner sich bei der Umsetzung ihrer Ziele weiter so inkompetent zeigen!

Herr Neuhaus spricht in seinem Interview davon, dass der Golfplatz inzwischen mehr als 250 Mitglieder hat und ein großer Teil der Mitglieder Inselgäste sind. Recherchen der Grünen Wangerooger haben ergeben, dass ein Neunloch Golfplatz wie der hier geplante auf Wangerooge ca. 600 bis 800 Mitglieder benötigt um die Kosten für den laufenden Spielbetrieb (Platzpflege etc.) zu decken. Dies stimmt exakt mit den Daten überein, die seinerzeit vom Golfplatzerbauer und –betreiber Herrn Sommerfeld aus Bad Zwischenahn im Hotel Hanken vorgestellt wurden. Die Kosten belaufen sich nach Aussage von Herrn Sommerfeld auf ca. 200.000.- € jährlich. Bei einer Platzmiete von 25.- bis 30.- Euro (Aussage Sommerfeld) benötigt man also ca. 6500 bis 8000 Golfspieler, die den Platz jährlich frequentieren. Nach Erfahrung von Herrn Sommerfeld können und werden nicht mehr als 40 Golfer pro Tag diesen Golfplatz nutzen. Somit hätte der Golfplatzbetreiber eine Einnahme von 1000.- € brutto täglich. Bei Betriebskosten von 200.000.- € jährlich und täglichen Einnahmen von 1000.- € müsste der Platz von Mai bis Oktober (mögliche Spielzeit nach Sommerfeld) somit 200 Tage ausgelastet sein um sich nur zu amortisieren. Die Monate Mai bis Oktober haben zusammen aber nur 184 Tage! Ups…!

„Ich kenne keinen Fahrradverleih auf Wangerooge der in den Monaten Mai bis Oktober (vor allem in der Vor- und Nachsaison, den Monaten Mai, Juni, September und Oktober) jeden Tag 40 Fahrräder verleiht und mit dem Fahrrad wird mehr auf Wangerooge gefahren als Golf gespielt!“ So Peter Kuchenbuch für die Grünen Wangerooger. Na ja, aber vielleicht ist ja auch dieses so gewollt…!?

Warum beschäftigen sich die Grünen Wangerooger in ihrer Kritik gegen den Golfplatz in der letzten Zeit so sehr mit rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten und weniger mit den ökologischen Hemmnissen?  Viele Insulaner als Golfplatzbefürworter versprechen sich durch den Bau des Golfplatzes auf Wangerooge einen wirtschaftlichen Aufschwung auf der Insel. Die Grünen Wangerooger möchten auf die Risiken einer solchen Betrachtungsweise hinweisen. Nach Ansicht der Grünen Wangerooger rechnet sich ein solcher Golfplatz auf der Insel nicht (s.o.), zumal ja auch viele Mitglieder des Golf-Clubs wie von Herrn Neuhaus im Interview des Jeverschen Wochenblatts beschieben vom Festland kommen!

Im Osten der Insel würde, das ist die Befürchtung der Grünen Wangerooger ein faktisches Vogelschutzgebiet von nationaler Bedeutung für immer zerstört werden!

Und diese gravierende Veränderung der Insel würde zudem viele Gäste (Naturliebhaber) davon abhalten weiter die Insel zu besuchen. Dies ist keine Fiktion sondern sind die ernsthaften Befürchtungen vieler Insulaner die von der Vermietung an solche „Naturliebhaber“ leben. Befürchtungen, die in den letzten Monaten in großem Maße an die Grünen Wangeooger herangetragen worden sind!

Ein paar weniger Gäste, die Golfspielen wollen kommen, viele Gäste bleiben wohlmöglich wegen der Veränderung durch den Golfplatz weg!

„Der Golfplatz kann also auch zu einem gewaltigen Eigentor werden“  so Kuchenbuch

 

 

Mit grünen Insel-Grüßen

Peter Kuchenbuch

für Die Grünen Wangerooger

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