Die Info


05.09.2007
Insel-Konsolidierung


Zitat aus der NWZ: "Nach dem Willen des Bürgermeisters sollen Touristen künftig tiefer in die Tasche greifen"

(hp) War eine zehnprozentige Steigerung der Tagesgastzahlen im Vorsommer noch die Erfolgsmeldung der Kurverwaltung, wurden die Zahlen nun auf rund drei Prozent weniger als im Vorjahr revidiert. Grund für diesen Rückgang war wahrscheinlich das anhaltende Mischwetter mit nur geringem Sonnenanteil. Erfreulich dagegen die zweieinhalb bis drei prozentige Steigerung bei den Übernachtungsgästen, so die neuesten Zahlen, die der stellvertretende Kurdirektor Wilhelm Janssen nun veröffentlicht hat. Die vielen Brückentage, sowie das phantastische Wetter im Vorsommer haben wohl für diesen Aufschwung gesorgt.

Nicht so toll dagegen passt die Aufforderung des Bürgermeisters an den Finanzausschuss, die Kur- und Fremdenverkehrsbeiträge, trotz der Beeinträchtigungen des Fremdenverkehrs durch die umfangreichen Baumaßnahmen auf der Insel, zu erhöhen, ins Bild.
Der Fehlbedarf des Gemeindehaushalts wird in 2007 voraussichtlich rund 4,9 Mio. Euro betragen. Ohne die Verluste aus dem gemeindeeigenen Betrieb Kurverwaltung dabei zu berücksichtigen. Im Haushalt 2006 verzeichnete die Gemeinde noch einen Fehlbedarf von 3,39 Mio. Euro, inklusive der Verlustübernahmen aus der Kurverwaltung.  Die Genehmigung eines  Darlehens in Höhe von 75.200 für die Kanalsanierung und eine angekündigte Bedarfszuweisung in Höhe von 250.000 Euro hängen von einem entsprechend positiven Beschluss ab, zu dem der Inselrat vom Landkreis Friesland nachdrücklich aufgefordert wird.

So wird das Standardthema unseres Bürgermeisters, die „Konsolidierung“ der Gemeindefinanzen,wohl auch weiterhin ständig präsent sein. Denn Erhöhungen im Kur- und Fremdenverkehrsbeitrag lassen erfahrungsgemäß Umsatzeinbußen und sinkende Gästezahlen erwarten.
Bei vielen Inselunternehmern wird die Anhebung des ohnehin überhöhten Fremdenverkehrsbeitrages sicher auch keinen Motivationsschub auslösen. Zumal in diesem Jahr nicht nur die dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung, sondern auch zu hohe Betriebskosten durch die unerwartete Anhebung vieler Material-, Waren- und Verbrauchskosten zu verkraften waren. Steuererhöhungen und Kosten, die so gut wie gar nicht an die Kunden weitergegeben werden konnten.
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