19.06.2007
Presseinfo 05/07 Die Grünen Wangerooger
Wangerooge, den 19.06.2007
Stellungnahme zum „offenen Brief“ von Herrn Neuhaus
Lieber Henning,
ich bin sehr erfreut, dass Du mir erneut die Gelegenheit gibst, mich im Auftrag der „Grünen Wangerooger“ zum geplanten Golfplatz zu äußern.
„Die Sorge,…“ wie Du in Deinem Brief schreibst, “…dass erneut Steuergelder verschwendet werden…“ konntest Du mir in unserem persönlichen Gespräch und auch mit diesem Brief nicht nehmen! Wie schon in unserer letzten Presseinfo zu lesen war:
Auf der Ratssitzung des Gemeinderates der Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge am Donnerstag, den 29.03.2007 im Hotel Hanken erhielt der Vorschlag von Uwe Osterloh (SPD), die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) für den geplanten Golfplatz, für die in den Gemeindehaushalt 48.000.- Euro eingestellt wurden, nur gebunden an entsprechende Einnahmen aus Spenden für den Golfplatz in Auftrag zu geben, im Rat keine Mehrheit!
Was bedeutet dies denn praktisch?
Praktisch kann der Rat mit seinen entsprechenden Gremien die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) ohne Abwarten, wie viel Spenden für den Golfplatz eingehen, in Auftrag geben! Und dies scheint offensichtlich auch so gewollt zu sein, denn wäre dem nicht so, hätte die Mehrheit im Rat ja auf den Antrag von Herrn Osterloh eingehen können!
Unsere Befürchtungen sind deshalb:
1.) Der Rat und seine Gremien geben die UVS in Auftrag bevor der Golfclub die notwendigen ca. 42.000.- € (neuester Stand unten mehr dazu) für die UVS zusammen hat. (Diese Möglichkeit hat er s.o.)
2.) Bei der UVS kommt heraus (und dies ist nach unserer Einschätzung sehr wahrscheinlich), ein Golfplatz darf nicht gebaut werden.
3.) Für die UVS für den geplanten Golfplatz gehen keine Spenden mehr ein, die Rechnung für die UVS zahlt die Kommune und somit der Bürger.
Mit anderen Worten:
Wer spendet denn noch für etwas, was nicht realisiert werden darf?
Aber auch dies habe ich Dir in unseren persönlichen Gesprächen mitgeteilt und gebe Dir Dein Kompliment: „Hat (ersetze Kuchenbuch durch) Neuhaus nicht zugehört, oder hat er das Gehörte nicht begriffen?
„Interessant ist, woher Herr Kuchenbuch die Weisheit bezieht, dass die UVS mit 48.000 € zu beziffern ist,…“ (Brief Neuhaus vom 10.06.07)
Woher ich diese Information habe? Nun lieber Henning, wie ich Dir in unseren beiden Gesprächen schon mitgeteilt habe, wäre es vielleicht besser, wenn Du Dich als Vorsitzender dieses Golfclubs besser informieren würdest!
In der öffentlichen Bauausschusssitzung vom 15.01.2007 und in besagter öffentlicher Ratssitzung vom 29.03.07 wurden die Planungskosten für die UVS für die 12. FNP-Änderung (Golfplatz) vorgestellt, beraten und beschieden (s.o.). In der Tat kann man allerdings zur Zeit davon ausgehen, dass die UVS nicht mehr wie geplant 48.000.- € sondern vermutlich nur noch 42.000.- € kosten wird.
Bei 70 Mitgliedern des Golfclubs wären dies 600.-€ pro Mitglied!
Lieber Henning, wenn Du Dich als Vorsitzender des Golfclubs Wangerooge dafür einsetzt, dass die UVS erst in Auftrag gegeben wird, wenn Ihr das Geld vom Golfclub zusammen habt, spende ich auch!
„… Herr Kuchenbuch … Golf als Schreckgespenst darstellt, den Naturerlebnispfad aber favorisiert.“ (Brief Neuhaus vom 10.06.07)
„Ende der Idee „Golf auf Wangerooge“…“ (Brief Neuhaus vom 10.06.07)
Die Grünen Wangerooger haben überhaupt nichts gegen den Golfsport Henning!
und Henning, wenn ihr die Spendengelder nicht zusammen bekommt nicht gleich den Golfschläger ins Meer werfen!
Die Grünen Wangerooger beabsichtigen in naher Zukunft ihre Nähe zum Golfsport zu zeigen und ein Crossgolfturnier bei Niedrigwasser am Strand zu organisieren, um all denen, die unbedingt Golf auf Wangerooge spielen wollen, Alternativen aufzuzeigen und um auch zu beweisen, dass wir Grünen Wangerooger gegen den Sport als solches auch gar nichts haben!
Auf die Idee hättet Ihr aber auch kommen können, oder…!?
Übrigens wenn es nach den Wünschen der Grünen Wangerooger geht kann im Osten der Insel alles beim Alten bleiben, weder Golfplatz noch Naturerlebnispfad. Wenn der Rat der Insel dieses Gebiet allerdings unbedingt anfassen möchte, dann schließen die Grünen Wangerooger sich dem Vorschlag des Mellumrates an, dort einen Naturerlebnispfad zu bauen. Über die Planung eines solchen Naturerlebnispfades scheinst Du Dich lieber Henning aber auch nicht informiert zu haben! Während der Golfplatz ca. 21 Hektar an Fläche im Ostinnengroden der Insel in Anspruch nimmt, benötigt ein Naturerlebnispfad nach den Wünschen des Mellumrates nur einen Bruchteil davon und soll dort platziert werden, wo auch nur mit wenig Beeinträchtigung für die dortige Natur zu rechnen ist. Der überwiegende Teil soll so belassen werden wie er ist. Von einem geplanten „Kibitzturm“ könnte man die Brut- und Rastvögel in dem Gebiet beobachten. Die Pläne für einen Naturerlebnispfad kannst Du Dir gerne bei mir abholen oder ich sende sie Dir zu!
Somit ist Dein Argument von „… dass die Belästigung der Vögel und anderer Lebewesen durch die Nutzer de Lehrpfades, vorrangig Schulklassen, immens ist.“ (Brief Neuhaus vom 10.06.07) vollkommen unbegründet!
Henning, Du hättest Dich vielleicht besser informieren sollen… aber das hatten wir ja schon!
Zu meiner Glaubwürdigkeit sei noch erwähnt, dass die Presseinformation 04/07 der Grünen Wangerooger, auf die Du Dich in Deinem Brief beziehst, bei unserem Gespräch am 25.05.07 gegen 17.30 Uhr auf der Zedeliusstraße unlängst geschrieben und versandt war und zwar um 14.16 Uhr (bitte bei den Pressemedien erkundigen), aber auch das habe ich Dir in einem Telefonat unlängst mitgeteilt! Verbreite bitte nicht weiter diese Unwahrheit, sonst sehe ich mich gezwungen noch rechtliche Mittel dagegen einleiten zu müssen!
Zu Deinen Tiraden über den Mellumrat kann und möchte ich mich nicht äußern, dies wird sicherlich von entsprechender Stelle aus geschehen.
Mit grünen Insel-Grüßen
Peter Kuchenbuch
für Die Grünen Wangerooger