03.06.2007
(pku) Auf der Jahreshauptversammlung der Deutschen Küstenwache e.V. im Hotel Hanken auf der Nordseeinsel Wangerooge wurden die Aktivitäten des Vereins sowie die Bilanzen des Jahres 2005 und 2006, sowie der Ausblick in das laufende Jahr 2007 behandelt. Leider ist der Mitgliederstamm von ehemals 1700 Mitglieder in den 80´er Jahren auf nunmehr nur noch 256 Mitglieder zurückgegangen. Immerhin konnte der 1. Vorsitzende Curt Hanken aber 407 neue passive Mitglieder im Jahre 2006 im Verein begrüßen.
„Wir haben eine Menge Sympathisanten, aber die Mitgliedsbeiträge reichen nicht aus, um so viele Überwachungsflüge wie früher durchzuführen“ bilanzierte Curt Hanken die Situation des Vereins. Auch Spenden und Bußgelder, die in früheren Jahren die Arbeit des Vereins mit finanzierten, gingen nur noch spärlich bis gar nicht ein.
Damit die Deutsche Küstenwache e.V. ihre Arbeit, die deutsche Küste einschließlich Helgoland vor Verschmutzungen durch die Überwachung aus der Luft zu überwachen, ausüben kann, will der Verein zusammen mit der Deutschen Seeflug eine OSB-Boje anschaffen, die aus der Luft in die Verschmutzung abgeworfen, den Verursacher eindeutig überführen soll. Diese OSB-Boje ist mit neuester Technik ausgestattet. Sie entnimmt sofort nach dem Eintauchen eine Wasserprobe die auch sogleich analysiert wird. Die Boje ist dann mittels moderner Technik schnell von der Wasserschutzpolizei zu finden. Einziges Problem, diese Boje kann nicht vom alten Überwachungsflugzeug abgeworfen werden. Die Deutsche Seeflug möchte dafür eigens eine neue Cesna 206 aus den USA, die die Überwachungsflüge mit der OSB-Boje in Angriff nehmen soll. „Wenn wir den Verschmutzer mittels der Boje direkt überführen können, werden die Bußgelder zur Unterstützung unserer Arbeit auch wieder eingehen“, prognostizierte Curt Hanken als 1.Vorsitzender der Deutschen Küstenwache e.V. . Auch versucht Herbert Meyer-Freese von der Deutschen Seeflug, die im Auftrag des Vereins die Überwachungsflüge durchführen wird, schon seit Jahren von den Landesregierungen und dem Bund Mittel zur Verfügung gestellt zu bekommen, die dieses Projekt unterstützen sollen. „Wir können viel effektiver und kostengünstiger arbeiten, als dies der Bund es mit seinen Überwachungsflügen der Bundeswehr leisten kann“, bilanziert Herbert Meyer-Freese positiv für das Projekt.
Unterstützung erhielt Meyer-Freese dabei von Hans-Michael Goldmann (MdB) von der FDP, der im Juli 2006 im Bundestag eine „Kleine Anfrage“ eigens zu dem Thema startete. Und auch der Bundesrechnungshof stellte bereits im Jahre 2002 fest, …“dass der Einsatz der Do 228 durch das 3. Marinegeschwader nicht sachgerecht und ineffizient sei,…“.
Von 2754 Ölverschmutzungen in den letzten 10 Jahren wurden 835 durch die Seeüberwachung entdeckt und davon gab es nur in 9 Fällen ein Ermittlungsverfahren, das mit Auflagen oder einem Strafbefehl endete.
Auch der FDP Bundestagsabgeordnete Hans-Michael Goldmann (MdB) führt dies auf die Weigerung des Bundesverkehrsministeriums zurück, die OSB-Bojen in Betracht zu ziehen, obwohl gerade diese die Gewähr geben, besser an gerichtfeste Beweise zu gelangen.
„Die Niederlande beispielsweise sind bei der Gerichtsverwertbarkeit zehn mal besser als Deutschland, da führen 10% der durch die Seeüberwachung festgestellten Ölverschmutzung zu einer gerichtlichen Ahndung und nicht wie in Deutschland 1%.“ so Goldmann in seiner Kleinen Anfrage vor dem Bundestag.
„Wir sind auf einem guten Weg und das Ziel, dass unsere Überwachungsflüge vom Staat bezahlt werden rückt immer näher“ stellt der erste Vorsitzende der Deutschen Küstenwache Curt Hanken resümierend fest.
Aus gesundheitlichen Gründen trat der bisherige Kassierer Fritz Kinsky schweren Herzens zurück. Der Vorsitzende dankte ihm für 7 Jahre Unterstützung und Arbeit für den Verein.
Als neue Kassiererin wurde Dietke Harbodt gewählt.
Ein großzügiger Spender, Walter Knepper, wurde mit der goldenen Ehrennadel als Dank ausgezeichnet.
Der Verein besteht nunmehr seit 25 Jahren. Da zurzeit kein großer Saal auf Wangerooge zur Verfügung steht soll dieses Jubiläum im Jahre 2008 gefeiert werden, wenn die große Mehrzweckhalle fertig gestellt ist.
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