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04.08.2006
Akademie für Hospiz

(Dirk Lindner) Knapp 130 Insulaner und Gäste konnte Wangerooges
Bürgermeister Holger Kohls im kleinen Kursaal begrüßen.
Die Dietrich Oppenberg Akademie für Hospiz, Bildung und Kultur
aus Essen nutzte die Inselatmosphäre, um die Zielsetzung
der Akademie zu erläutern. Als besonderen Gast konnte Holger
Kohls die erste und langjährige Tagesschau-Chefsprecherin,
Dagmar Berghoff begrüßen. In einem gelungenem Dialog
zwischen Prof. Dr. Franco Rest, dem wissenschaftlichen Leiter
der Akademie und Dagmar Berghoff gelang es, anhand von Rainer
Maria Rilkes Lyriktexten über das Leben und Sterben den hospizlichen
Gedanken und Anspruch zu verdeutlichen. Rainer Maria Rilke, der
im Dezember 1926 im Sanatorium Val-Mont bei Monteux an Leukämie
starb, thematisierte in vielen Werken das Sterben und den Tod,
wobei er jedoch den Tod nicht als Schlusspunkt eines Lebens ansah,
sondern vielmehr das Leben mit dem Sterben und dem Tod betrachtete.
Prof. Dr. Rest , als Moderator gelang es immer wieder die Biografie
Rilkes mit dem hospizlichen Streben zu verbinden. Mit ihrer unverwechselbaren
Stimme las Dagmar Berghoff Textpassagen u.a aus"dem Stundenbuch"
und den "Aufzeichnungen des Malte Launds Brigge".
Die Dietrich Oppenberg Akademie hat sich zur Aufgabe gemacht,
den hospizlichen Gedanken in Aus-, Fort-, und Weiterbildung in
der Gesellschaft zu vertiefen. So wie ein Hospiz eine außergewöhnliche
Einrichtung ist, stellt sich auch die Ausbildung für die
dort Tätigen als eine ungewöhnliche Herausforderung
dar. Die Akademie richtet sich an die Menschen, die beruflich
mit der Thematik Sterben, Tod, Trauer und Lebensgestaltung mit
Krankheit und Behinderung zu tun haben. Verpflichtet hat sich
die Akademie dem anspruchsvollen Ziel, Menschen die krank sind
und sterben, zu ermöglichen, ihr Leben ungestört und
persönlich, sozial integriert und spirituell angenommen,
schmerzkontrolliert, begleitet und lebenssatt zu vollenden. So
einzigartig biografisch ein Sterben ist, soll auch das hospizliche
Sterben sein.
Dank der Anregung von Renata Margarethe Schiffer, einer ehrenamtlichen
Studentin an der Hospizschule in Essen und auch Wangeroogerin,
finden derzeit Gespräche statt, wie man auf der Insel eine
Außenstelle der Dietrich Oppenberg Akademie installieren
kann. Gedacht ist daran, Ärzten, Krankenschwestern und anderem
Personal in Heil- und Pflegeberufen die Möglichkeit zu bieten,
sich über das Hospizwesen und den speziellen individuellen
Therapieformen in der meditativen Inselatmosphäre fortzubilden.
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