01.04.2006
Meeresschwimmbad

(hp) Schwere Zeiten erfordern extreme Maßnahmen. Schon immer erzählten die alten Insulaner davon, dass im Westen der Insel, ein "Meeresschwimmbecken" aus den Zeiten des alten Wangerooger Badebetriebs unter Sand und Schlick vergraben sein sollte. Nun forschte das Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven unter Mithilfe einer Wilhelmshavener Marineeinheit und des Kreuzers Scharhörn unter Leitung von Fregattenkapitän Willem Hansen, im Auftrag des Bürgermeisters unserer Insel, nach dem Bauwerk. Nach einer auf 3 Wochen angelegten Suche mit den modernsten Ultraschall-Suchgeräten, unterstützt von Kampftauchern der Marine und eines Überwachungsflugzeugs, wurde man tatsächlich fündig. Das von den Naturgewalten kaum beschädigte Bauwerk wurde mittels eines Saugbaggers freigelegt und zeigte sich in einem derart guten Zustand, dass Mitarbeiter der Kurverwaltung lediglich eine Badeleiter anbringen mussten, um den ursprünglichen Betriebszustand ohne all zu großen Aufwand und Kosten wiederherzustellen. Bei jeder Flut sollte das durch Badende verschmutzte Wasser mittels Überflutung durch frisches Meerwasser ersetzt werden, so die Planung der Ingeneure um die Jahrhundertwende. Daß das auch heute noch funktioniert, zeigten Mitarbeiter der Kurverwaltung, die trotz niedriger Wassertemperaturen, im kühnen Selbstversuch den kalten Elementen trotzten und Runde um Runde in dem Becken schwammen.
Kleiner Wehrmutstropfen, das Schwimmbad kann lediglich bei Ebbe benutzt werden. Als weiteren Nachteil sieht der Bürgermeister die Lage des Beckens im Westen der Insel. "Sollte das Schwimmbad von den Gästen allerdings angenommen werden, erwägen wir eine Verlegung des Kurbetriebs und des Hauptstrandes in den Westteil der Insel," so Bürgermeister Holger Kohls, "da eine Umstrukturierung der Oberen Strandpromenade im Ort sowieso bereits geplant ist und die Gemeinde- und Kurverwaltung ohnehin umziehen müsse, wäre eine Neuansiedlung des gemeindeeigenen Kurbetriebs im Westen der Insel auch ohne großen Aufwand möglich, " so der Bürgermeister und Kurdirektor weiter. Dies würde sicher nicht nur dem Westen wirtschaftliche Vorteile bringen, auch eine Aufwertung des historischen Gesamtbildes der Insel durch die alte Badeanstalt wäre eine angenehme Folgeerscheinung.
...ach übrigens, APRIL-APRIL