02.02.2006
Abriss

(hp) Das ist es also, was von einem fast einhundert Jahre altem Haus übrig bleibt, sortenrein getrennt, ein Haufen geschredderter Ziegel.
In einem lesenswerten Artikel umreißt Hans Jürgen Jürgens im Inselboten noch einmal die wechselvolle Geschichte der Pension "Haus Friesland", die 1907 erstmals im Register der Zimmervermieter aufgeführt wird. Die Belegung der 26 Zimmer mit Soldaten während des ersten Weltkriegs, das wirtschaftliche Auf und Ab der Vor- und Nachkriegszeit, bis hin zur touristischen Trendwende 1963, der Bau des ersten Ferienwohnungskomplexes, die den kleinen Privatpensionen nach und nach wirtschaftlich zu schaffen macht.
Das Haus überstand zwar zwei Weltkriege, scheiterte dann aber letztlich an der hausgemachten deutschen Wirtschaftskrise des beginnenden 21. Jahrhunderts. Gewiss, es war kein 4 Sterne Hotel und wollte es auch gar nicht sein, aber es hatte seine Gästeklientel und auch diese hat letztendlich Geld auf der Insel gelassen. Die neun Eigentumswohnungen, die an dieser Stelle entstehen werden, werden sicher weitaus moderner und schicker sein, als die hohen Zimmer mit den schweren Vollholztüren der alten Pension, dennoch stirbt mit jedem alten Haus eben auch ein Stück unwiederbringliche Inselgeschichte.
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