18.06.2005
Widerstand

Von Links: Lars Schrell, Peter Kuchenbuch
(hp) Widerstand gegen ein Insulanertreffen zur Gründung einer "Grünen" Ortsgruppe kam ausgerechnet vom "parteilosen" Bürgermeister unserer Insel. Der verbot kurzer Hand die Zusammenkunft im Nationalparkhaus „Rosenhaus“. Begründung: "Das Rosenhaus soll politisch neutral bleiben, nach Aussage von Bgm. Kohls würde dies auch in der Satzung stehen" so Peter Kuchenbuch, einer der potentiellen Gründungväter der "Grünen Wangerooger". "Fakt ist: Eine Satzung in dem Sinne gibt es nicht und in der Vereinbarung zwischen den Trägern (Gemeinde, NABU und Mellumrat) steht davon kein Wort," so Kuchenbuch weiter, " vielmehr ist in der Vereinbarung aus dem Jahre 2000 der Seminarraum gerade als Begegnungsstätte für Gruppen und Vereine der Insel vorgesehen". Vertreter von Mellumrats und NABU signalisierten, dass einem Treffen der "Grünen" in den Räumen des Rosenhauses nichts entgegenstehe. Dennoch entschloss sich das Gründungsduo, obwohl der Versammlungsort "Rosenhaus" bereits in der Presse bekannt gegeben war, die Veranstaltung kurzfristig ins Cafe´ Neudeich zu verlegen. Trotz dieser widrigen Umstände fanden immerhin 22 Interessierte den Weg dort hin. Dort wurde über die Frage der Gründung einer eigenen Ortsgruppe oder einer Untergliederung der Partei und die Kandidatur zur Gemeinderatswahl 2006 dann auch rege diskutiert. Die Initiatoren sehen die Insulaner, die sich in einer Volksabstimmung mehrheitlich gegen einen Golfplatz ausgesprochen haben, durch die Parteien im Wangerooger Gemeinderat nicht mehr ausreichend vertreten und wollen deshalb dass auch ein "Grüner" sich erstmals der Wahl zum Gemeinderat stellen soll. Bei aller Gemeinsamkeit sahen allerdings einige der anwesenden Insulaner die Haltung der "Grünen" zu den Nearshore- und Offshore Windkraftparks und den Saisonarbeitskräften doch auch eher skeptisch. Darüber wollen die Initiatoren mit hochrangigen Vertretern der "Grünen" demnächst reden.
Eine Abfuhr holte sich Bürgermeister Kohls vergangene Woche beim "Runden Tisch Naturschutz". Seine Pläne für einen Golfplatz auf dem Ostinnengroden stießen bei den Vertretern der Naturschutzverbände auf Ablehnung. Die sehen durch einen Golfplatz wertvollen Lebensraum von nationaler Bedeutung gefährdet. Die von Bürgermeister Kohls vorgebrachten Argumente für eine notwendige touristische Aufwertung der Insel reichten nicht aus, einen solch schwerwiegenden Eingriff zu rechtfertigen.
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