24.05.2005
Abgeschleppt

Die Norway: 313 m lang, 34 m breit, 76.049 BRT, Platz für 2545 Passagiere, und 1000 Besatzungsmitglieder
(hp) Am Haken eines Hochseeschleppers passierte das längste Kreuzfahrtschiff der Welt gestern wohl zum letzten Mal unsere Insel. Der ehemalige Stolz der französischen Flotte, der Transatlantikliner "France", der zuletzt lange Zeit unter dem Namen "Norway" der Norwegischen Cruise Line als Kreuzfahrtschiff diente, lag nach einer Kesselexplosion, die das Schiff schwer beschädigte, zwei Jahre lang in Bremerhaven am Kai vertäut.
Lange Zeit war nicht klar, ob das Schiff repariert oder abgewrackt werden sollte. Verschiedene Investoren bemühten sich um die Rettung des Luxusliners, scheiterten aber meist schon an der 20 Millionen Euro hohen Forderung der Reederei. Für die Sanierung und den Umbau des Schiffes wurden weitere 200 Millionen Euro errechnet, so dass sich letztendlich kein Investor mehr fand. Sogar die französische Nationalversammlung debattierte darüber das Schiff unter Denkmalschutz zu stellen, vorausgesetzt, ein Investor würde das Schiff übernehmen.
Mit dem Abtransport per Hochseeschlepper hat die Norwegische Reederei nun Tatsachen geschaffen. Zwar hüllt sie sich über das weitere Schicksal des Liners in Schweigen, es wird aber vermutet, dass das Schiff zum abwracken nach Indien geschleppt werden soll. Vielleicht geht der Pott unterwegs aber ja auch verloren, das würde der Reederei dann vermutlich den größten Profit einbringen.