01.04.2005
Shuttledienst

(hp) Noch in der Versuchsphase befindet sich das neuste Projekt der Inselverwaltung. Mit einem Landungsboot soll spätestens ab Juli diesen Jahres ein Shuttledienst zwischen Harle und Wangerooge eingerichtet werden. Im Stundetakt sollen dann Gäste und vor allem Tagestouristen zur Insel verbracht werden. Hierfür will die Gemeinde in Eigenregie zwei Landungsboote mit jeweils 40 Fahrgastplätzen in den Dienst stellen. Vorgesehen für die Anlandung auf der Insel ist dafür der Georgsweg, dessen Ausbau zu einer festen Strasse seit langem in Planung ist. Der Georgsweg führt beim Müllumschlagplatz aus dem Wattenmeer heraus, direkt auf die Strasse am Wattenmeer und ist nicht Bestandteil der Schutzzone Wattenmeer. Die Idee zu diesem Vorhaben kam dem Inselkaufmann Thomas von Ahn bei seinem letzten Urlaub in der Normandie, als er Amphibienfahrzeuge sah, die in regelmäßigem Pendelverkehr zur Personenbeförderung eingesetzt wurden. Damit traf er beim Inselbürgermeister auf offene Ohren, der sich sofort mit der Trans-France, der Betreiberin der Fahrzeuge in Verbindung setzte und ein Fahrzeug für einen Feldversuch anmieten konnte. Finanziert werden soll der Shuttledienst über eine Personengesellschaft, an der sich alle Wangerooger beteiligen können. Interessierte Insulaner haben sich bereits zu der Interessengemeinschaft "Shuttledienst Wangerooge" zusammengefunden. Von Seiten der Deutschen Bahn, der Betreiberin des Schiffsdienstes war zu erfahren, dass man der Aktion gelassen entgegen sieht. "Das wird so lange gut gehen, bis eines dieser Fahrzeuge im Schlick stecken bleiben wird", so ein Sprecher der SIW (Schiffs- und Inselbahn Wangerooge), "dann wird der Gemeinde eine Menge Ärger ins Haus stehen." Ein Wangerooger Lokomotivführer zeigte sich dagegen pragmatisch. "Wenn der Schiffsdienst tatsächlich eingestellt werden sollte, dann werde ich eben eines dieser Dinger fahren," so der Fahrzeugführer zu uns, " dafür braucht man doch bloß einen Führerschein für LKWs und einen für Boote. Beides hab ich." Bürgermeister Kohls hofft mit dem Modell die Zahl der Inselbesucher drastisch erhöhen zu können. Neben höheren Steuer- und Kurtaxeinnahmen verspricht er sich durch die geringen Betriebskosten der Fahrzeuge und eine hohe Auslastung den Schuldenberg der Gemeinde kurzfristig abbauen zu können, Planziel: fünf Jahre.
April-April
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