18.02.2005
Nur Verluste?

(hp) Die Verhandlungen der Gemeinde mit der Caritas, die Mutter-Kind-Kureinrichtungen der beiden Betreiber mit einem Fusionsvertrag zusammenzuschließen, können als gescheitert angesehen werden, so Bürgermeister Kohls auf der Ratssitzung am Mittwoch. Auf Grund der angespannten Haushaltslage von Kurverwaltung und Gemeinde könne die Gemeinde keine weiteren Zugeständnisse an den Verhandlungspartner machen. Von einer Schließung der beiden Kureinrichtungen wären 25 Arbeitsplätze auf der Insel betroffen. Die Mutter-Kind-Einrichtung trägt seit Jahren erheblich zu den Verlusten in der Kurverwaltungskasse bei. Im Jahre 2002 waren es ca. 64.000,- Euro, im Jahre 2003 bereits ca. 240.000,- Euro. Für das Jahr 2004 wird mit ca. 400.000,- Euro Bilanzverlust gerechnet, bei steigender Tendenz. Diese Mindereinnahmen werden auch nicht mehr durch den Wegfall der Kosten für das Card-System (ab dem Jahr 2006, 230.000,- Euro jährlich) und der Erhöhung der Kurtax- und Strandkorbgebühren zu decken sein, zumal mit dem Schwimmbad und dem Kurmittelhaus zwei weitere Verlustbereiche (im Jahre 2002 zusammen ca. 749.000,- Euro, bei steigender Tendenz) zu Buche schlagen, ganz abgesehen von den Kosten für die jährliche Aufarbeitung des Hauptbadestrandes.
Es bleibt abzuwarten, ob das Konsolidierungskonzept der Verwaltung greift, das die Reduzierung von Büromaterial, eine Erhöhung der Hunde- und Zweitwohnungssteuer sowie die Anhebung der Kindergartengebühren vorsieht
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Das Scheitern der Verhandlung über die Kureinrichtungen für Mutter-Kind-Kuren ist deshalb so prekär, weil der seit ca.10 Jahren bestehende Vertrag zwischen Gemeinde und Eigentümerin der Kuranlage wohl noch eine Restlaufzeit von mehr als 15 Jahren vorsieht. "In der freien Wirtschaft sind derart lange Bindungen eher unüblich, dort werden Verträge dieser Art mit Laufzeiten zwischen 5 und 10 Jahren mit Verlängeroptionen geschlossen," so ein langjähriger Inselgast zu uns, " Ich bin gespannt, welche Überraschungen dieser Vertrag den Insulanern noch offenbart. Außerdem haben die Inselbewohner ja wohl ein Recht zu erfahren wofür sie da eigentlich zur Kasse gebeten werden. Die jahrelang geübte Geheimniskrämerei von Rat und Verwaltung um die tatsächlichen Gegebenheiten der Mutter-Kind-Kurheim Verträge ist der Vertrauensbildung in die zum Wohle der Insel geplanten Baumaßnahmen an der oberen Strandpromenade zudem sicher auch nicht gerade zuträglich."
Auch die Ankündigung, die Gebührensätze für den Kindergarten erneut anzuheben, forderte die Kritik der Inselbewohner. "Könnten die Kinder nicht kostenfrei in der Villa Kunterbunt betreut werden, wenn dort der Leerstand sowieso schon von der Gemeinde teurer finanziert wird?", fragte uns eine empörte Insulanerin. "Mit einer solchen Maßnahme würde die Gemeinde dann wenigstens zur finanziellen Entlastung junger Inselfamilien beitragen."
Der Aufnahme eines Kommunaldarlehens in Höhe von 400.000,- Euro und dem Verkauf der nicht mehr benötigten Dekanteranlage des Klärwerkes, sowie der 7. Änderung des Flächennutzungsplans des Bebauungsplans Nr.20 (Errichtung eines Gewerbegebiets bei der Müllpressstation) stimmte der Rat mit großer Mehrheit zu.
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