Tagesbilder - Oktober 2004
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     Das Tagesbild

12.10.2004
Watt'n Wurm



(hp) Woher der Wind weht, davon könnte diese einsame Silberpappel am Westdeich sicher ein Lied singen. Obwohl, einen solch sonnigen Oktoberanfang hat die Insel in den letzten Jahren wirklich nicht allzu oft erlebt. Wäre da nicht dieser kühle Ostwind, man könnte meinen, der Sommer kehrt zurück (bzw. ...-"kommt endlich", wie einige der ewig Unzufriedenen meinen).

Anhaltend starke Ost-, Nord-Ost-Winde führten im Wangerooger Watt offenbar zu einem Wattwurmsterben, so zumindest berichtete der "Wangerooger Inselbote" in seiner Ausgabe Nr.: 9/10. Das Wasser wurde durch den anhaltend frischen Wind so stark aus dem Wattenmeer zurückgedrängt, dass selbst bei Hochwasser große Wattflächen trocken blieben und von der strahlenden Herbstsonne erwärmt wurden. Den Würmern fehlte somit der lebenswichtige Sauerstoff, der ihnen mit jeder Flut zugetragen wird. Allerdings ist zu erwarten, dass die Bestände sich rasch wieder erholen.
Mit der Welt des Wattwurms beschäftigt sich auch Wattwurmforscher Nils Volkenborn auf Sylt. Der junge Doktorand gehört zur Wattenmeer-Forschungsstation des Alfred-Wegener- Instituts (Bremerhaven) in List auf Sylt. Das Langzeitforschungsprojekt "Watt mit und Watt ohne Wattwurm" dauert bis 2010. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Watt ohne den Arenicola marina zur Verschlickung neigt und sich dann schnell Algenblüten auf der Oberfläche ausbreiten.
Bis zu 30 Zentimeter tiefe Gänge gräbt dieser freundliche Wattenbewohner der Gattung Borstenwurm und kommt mit seinem Hinterteil nur an die Oberfläche um zügig die bekannten spahettiförmigen Sandhäufchen abzusetzen. Dabei beeilt er sich natürlich, denn hier oben warten schon hungrige Wattflieger die stets einen fetten Wurm zu genießen wissen. Derartige Angriffe auf seinen Allerwertesten pariert der Wurm schon mal, indem er das letzte Ende seines Hinterteils abreißen läßt und schnell wieder in seiner Röhre verschwindet.


Quelle:
Schutzstation Wattenmeer - Nationalpark Wattenmeer - Der Stern - Wangerooger Inselbote

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