10.03.2004
Öko-Panne

(hp) Auch Wangerooge konnte sich der Windenergie-Verspargelung
nicht ganz entziehen.
Anfang der 90er Jahre genehmigten Inselrat und -verwaltung noch
den Bau einer Anlage in der westlichen "Zone 2" des
Natur-Schutzgebietes. Noch davor wurde eine Anlage am Klärwerk
im östlichen Bereich der Insel in Betrieb genommen, die allerdings
schon wieder entsorgt wurde. Heute werden die Fäuste kompromisslos
gen Osten geballt, in Richtung des geplanten Offshore-Windparks
"Nordergründe". Dort sollten nach Willen des "Energie-Kontors
Bremen", 13 km vor der Insel 76 Windkraftanlagen, jede mit
einer Gesamthöhe von 160 Metern, errichtet werden. 25 dieser
Anlagen wurden nun im Januar 2004 von der Bezirksregierung Lüneburg
genehmigt und nicht nur die Insel-Verantwortlichen befürchten
eine "Horizontverschmutzung" durch die sich ständig
drehenden Windmühlenflügel und die blinkenden Warnlichter
in der Nacht. Der ruhige Blick zum Horizont, den der Gast zu Recht
hier erwarte, werde getrübt und das könnte ohne weiteres
schädliche Auswirkungen auf den ohnehin im Rücklauf
befindlichen Inseltourismus haben und enorme wirtschaftliche Ausfälle
nach sich ziehen.
Als "Ökologisch
nutzlos" überschreibt das Magazin "DER SPIEGEL"
die Förderung erneuerbarer Energien, wie Windkraft und
Solarstrom in seiner Ausgabe 10/2004. Die Förderung müsste
konsequenter Weise abgeschafft werden, - so das Urteil des wissenschaftlichen
Beirats von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement. Zitat: Sobald
der geplante Lizenzhandel mit CO2-Emissionen funktioniere, heißt
es in dem unveröffentlichten Gutachten, entfalle die Wirkung
der Ökostrom-Subventionen. Deren Gesamteffekt auf die Reduzierung
der CO2-Abgase werde dann "gleich null sein". Der Grund
sei die Wechselwirkung zwischen dem künftigen Lizenzmarkt
und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz: Es verpflichte die Stromwirtschaft
stufenweise mehr Ökostrom zu produzieren. Dadurch verfügt
diese künftig über ungenutzte CO2-Lizenzen, die sie
in großer Zahl auf den Markt geben kann. Dies drückt
den Preis für die Rechte, und die Industrie kann sich günstig
mit Emissionsrechten eindecken. Durch die Wetterschwankungen
sei gerade die Förderung der Windenergie problematisch, weil
die Produktion durch konventionelle Kraftwerke ausgeglichen werden
müssen. Diese unverhältnismäßig teure CO2
Einsparung könnte durch Modernisierung eines Kohlekraftwerkes,
bei selben Einspareffekt, zu 4 bis 8 Prozent der Kosten erzielt
werden, so das Magazin weiter.
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