20/06/03
Haushaltsflop
(hp)
Es würde der Sache nur nicht gerecht werden überschriebe man
den Verlauf des Wangerooger Finanzhaushalts der letzten 14 Jahre mit
"Pleiten, Pech und Pannen". Anstatt allerdings dem Abwärtstrend
rechtzeitig entgegenzuwirken konnten sich die Verantwortlichen der Faszination
des Geschehens wohl nicht entziehen. Wie ein Kaninchen dass einer Schlange
hypnotisiert in die Augen blickt, starrten alle auf die ständig
wachsenden Schulden. Nun bezeichnet auch unser Bürgermeister "die
Lage als dramatisch" und "zieht die Zügel an"(Nordwest-Zeitung
vom 12.06.03). Legt den Insulanern aber auch gleich wieder die Hand
auf die Schulter, blickt ihnen tief in die tränentrüben Augen
und spricht: "Bloß nicht den Mut verlieren" (Jeversches
Wochenblatt vom 12.06.03). Aus dem Vollen schöpfen, damit ist es
wohl erst einmal vorbei. Bleibt die Hoffnung, dass der Schock eine heilsame
Wirkung hat und die Bemühungen die wirtschaftliche Lage der Verwaltung
zu verbessern endlich auch zu wirtschaftlich sinnvollen Aktionen führt.
Die Verantwortlichen denken vorerst aber erst einmal nur wieder laut
über die Anhebung von Steuern und Beiträgen nach. In dem Falle
wird sich dann allerdings die fatale Hebelwirkung des vom DEHOGA Inselverband
seinerzeit kritisierten Fremdenverkehrsbeitrags auf unangenehme Weise
zeigen. Diese Zwangsabgabe orientiert sich nämlich nicht an den
Einnahmen der veranlagten Betriebe sondern an vorgehaltenen Einrichtungsgegenständen,
Ladenfläche oder Personalbestand. Bei den derzeit sinkenden Umsätzen
vieler Betriebe wird eine Erhöhung des Beitrages diese zusätzlich
belasten und die Anfang des Jahres von Insidern für die Saison
2003 befürchteten Insolvenzen wohl auch noch beschleunigen. Gerade
die Gaststättenbetriebe, die prozentual den größten
Anteil am Fremdenverkehrsbeitrag aufbringen müssen, haben durch
die bundesrepublikanische und europäische Verordnungs- und Kontrollflut
der letzten drei Jahre immense Kostensteigerungen zu verkraften gehabt,
die eine marktwirtschaftliche Umsetzung auf die Verkaufspreise schon
längst nicht mehr zulassen. Eine Erhöhung der örtlichen
Abgaben könnte der letzte Tropfen sein. Wie schrieb uns einer ins
Gästebuch: "Feste Jungs, macht nur weiter so, ihr bekommt
schon alles kaputt!". Ja, das sehen wir inzwischen auch so.
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