Tagesbilder - Februar 2003
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01/02/03
Verkehrsverein für Golfplatz

hp) Könnte sich diese Lücke im Spalier als symbolisches Tor zur Zukunft eignen oder bietet sie einfach nur einen eingeschränkten Einblick in die futuristischen Möglichkeiten? Gestern haben die Mitglieder des Verkehrsvereins über das Wohl und Wehe der Insel diskutiert.

Mit einem historischen Rückblick auf die Entstehung der Nationalparkzonierung auf der Insel und der darauffolgenden Umzonierung des Ostinnengrodens, mit einer Gesamtfläche von 105 ha, von denen 22 ha. als Golfplatz genutzt werden können, eröffnete Bürgermeister Kohls den Reigen der Redner. Er führte weiter aus, dass die Kommune von der Landesregierung aufgefordert wurde ein Golfplatzkonzept vorzulegen. Es müsse nun unverzüglich eine Verträglichkeitsprüfung erfolgen um die Nutzung des Areals zu gewährleisten, so Kohls. Uwe Osterloh, Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister, hegte in seiner Ansprache starke Zweifel an der Wirtschaftlichkeit eines Golfplatzes und gab zu bedenken, dass nach seiner Meinung eine langfristige Finanzierung nicht gesichert sei, womit die Möglichkeit bestehe, dass die Gemeinde doch noch zur Kasse gebeten würde, wenn das Golfplatz-Projekt scheitern sollte. Anschließend präsentierte Mathias Heckroth vom Mellumrat eine Diashow und betonte die internationale Bedeutung des Gebietes als einmaliges Rückzugsgebiet für viele Vogelarten. "Einen ökologisch angelegten Golfplatz kann es nicht geben", so Heckroth. Als letzter Redner sprach Volker Nannizzi von der Aktionsgruppe "Pro-Golf". Er ging noch einmal eindeutig auf den Zusammenhang von Ökologie und Ökonomie auf der Insel ein und sah im Golfplatz eine Angebotserweiterung für die Insel. Er beschwor die Anwesenden das zusätzliche Sportangebot nicht abzulehnen, das der Gemeinde von den Investoren geschenkt werden solle. Die daran anschließende Dia-Show von Frank Sommerfeld, Erbauer und Betreiber von Golfanlagen konnte allerdings nicht so recht überzeugen und wirkte etwas grob zusammengestellt und wenig aussagekräftig für die Insel. Der Moderator der Versammlung, Dr. Strahlmann, Ratsherr und dritter Vorsitzender des Verkehrsvereins, forderte nun die Versammlung auf in die Diskussion einzutreten, die dann stellenweise etwas hitzig und polemisch wurde, so dass der Moderator gelegentlich zur Sachlichkeit ermahnen musste. Bürgermeister Kohls brachte als erster Schärfe in die Debatte, als er sich vehement zum Verhalten des Mellumrats äußerte, damit die mangelnde Zusammenarbeit des Melumrats mit der Gemeinde bezüglich der Zonierung ansprach und die Vorbehalte der Naturschützer, geschützte Vögel würden sich aus dem Gebiet zurückziehen als "Quatsch" bezeichnete. Die Ratsfrau Bärbel Herfel zeigte in ihrer Wortmeldung das Szenario einer dahinsiechenden Insel auf, auf der, wenn immer alles nur abgelehnt werden würde, zum Schluss nicht einmal mehr Lehrer eine Arbeit fänden, weil es schließlich keine Schüler mehr gäbe. Aber auch die Contra-Golf Fraktion konnte sich Gehör verschaffen. Man sehe sich eher als "Bewahrer", war die Reaktion einiger Golfplatz-Skeptiker auf die Aufforderung eines Teilnehmers an die Runde, Unternehmer und nicht Unterlasser zu sein. Die Frage nach einer anderweitigen Nutzung wurde von den Befürwortern nur zögerlich beantwortet. Uwe Osterloh führte dann aus, dass zum Beispiel auch ein Reitweg angelegt werden könne. So bezweifelte Corina Eden, dass das Golfplatzareal, wenn es für den Golfbetrieb einmal trockengelegt worden ist, wieder in den ursprünglichen Zustand denaturiert werden könne. Frauke Pinkenburg formulierte die Befürchtungen einiger Gäste, die Insel würde langfristig gesehen zu teuer und damit nur noch für eine kaufkräftige Klientel interessant sein. So konnte zwar die Einlassung, dass es eventuell zu erhöhtem Flugbetrieb käme, wenn sich die kaufkräftige Klientel einfliegen lassen würde vom Bürgermeister mit dem Hinweis darauf zerstreut werden, dass der Flugbetrieb mit jährlich 19.000 Starts und Landungen seit Jahren stagniere und eine Erhöhung eher unwahrscheinlich sei. Der Satz allerdings, Kinder würden bei einem Spaziergang wohl eher sagen "....sieh mal die Pferde", als "....sieh mal die Golfer" blieb dann doch unkommentiert im Raum stehen. In einem Schlusswort fasste der Moderator Dr. Strahlmann das "für und wider" eines Golfplatzes noch einmal zusammen, konnte sich einer Stellungnahme als Befürworter des Projekt aber leider nicht enthalten, was schade war und einer ausgewogenen Schlussmoderation leider etwas entgegenstand. Die anschließenden beiden Abstimmungen verliefen etwas konfus, dennoch sprach sich die Mehrheit der 41 anwesenden Mitglieder dann doch für eine Stellungnahme zum Golfplatz aus. Die zweite Abstimmung erbrachte dann, dass sich 19 Mitglieder für und 8 gegen den Golfplatz aussprachen. Es gab Stimmenthaltungen, sowie Nichtmeldungen, die ebenfalls als Enthaltungen gewertet wurden. Somit wurde beschlossen, dass sich der Verkehrsverein Wangerooge für die Erstellung eines Golfplatzes ausspricht. Gegen 22.00 Uhr wurde die Sitzung dann geschlossen.

 



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