27/01/03
Golfplatz - wichtig
für die Insel
hp)
Eine neue Aufteilung des touristischen Kuchens und eine immer größer
werdende Abgabe von Potential an die Tourismusgebiete im Osten der Republik.
Dieses Szenario beobachtet Volker Nannizzi, Filialleiter der Volksbank
in Wangerooge seit Jahren. Die Insel muß sich anstrengen, wenn
sie wenigstens teilweise ihre alten Pfründe sichern will. Mit der
Errichtung eines Golfplatzes sieht der Bankkaufmann zumindest die Chance
das touristische Gesamtangebot zu erweitern, ohne Kosten für die
Gemeinde. "Die Errichtung wird ausschließlich privat finanziert,
das unternehmerische Risiko tragen deshalb auch ausschließlich
Privatleute", so Nannizzi, "auch ein Golfplatz-Betreiber vom
Festland hat Interesse bekundet, die Entscheidung wer den Golfplatz
dann schließlich betreiben wird, wird sich allerdings erst zukünftig
entwickeln." Daß die Einrichtung eines Golfplatzes eigentlich
wieder einmal ein zweiter Schritt vor dem ersten ist, sieht auch Volker
Nannizzi so, allerdings ergab sich die Gelegenheit zum Handeln nunmehr
kurzfristig dadurch, dass die Gemeindeverwaltung mit ihrem konkreten
Vorschlag das aus dem Naturpark ausgegliederte Gebiet als Golfplatzgelände
zu nutzen "die Tür natürlich weit aufgemacht hat."
Als erster Schritt wäre eigentlich eine konstruktive Vermarktung
der Insel durch eine Leistungsträgergemeinschaft oder zumindest
die Initiierung einer "Ideenschmiede", die Ideen, die grundsätzlich
in der insularen Gemeinschaft vorhanden sind, aber immer wieder gründlich
zerredet werden, konsequent umsetzt. Für eine solche Schmiede fehle
auf der Insel aber offensichtlich eine Führungspersönlichkeit,
die andere so richtig mitreißen kann.
So bleibt aber zumindest ein zusätzliches Sportangebot für
Gäste und Insulaner, das das Inselangebot grundsätzlich aufwertet.
Immerhin hat der Golfsport in der Bundesrepublik mit jährlich 8%
Zuwachs und steigender Tendenz ein wachsendes Potential. "Gegen
eine gemischte Nutzung des Platzes ist selbstverständlich nichts
einzuwenden," so Nannizzi weiter," allerdings muss diese mit
einem Golfbetrieb vereinbar sein und die Verkehrssicherheit der Anlage
dabei gewährleistet bleiben. So ist zum Beispiel gegen einen zusätzlichen
Naturlehrpfad nichts einzuwenden, da die bespielten Golf-Felder eh nur
ca. 30 Prozent des Areals belegen werden. Der Golfplatz soll zusätzlich
Gäste ansprechen, die im Urlaub einmal ein paar Bälle schlagen
möchten, so wie aber auch Gelegenheitsgolfer mit gewisser Erfahrung
und Insulaner, die sich vielleicht in einem Golfclub zusammen finden
werden. Eine Aufwertung des touristischen Angebots kann die Insel wahrlich
gebrauchen. Untersuchungen zeigen, dass immer weniger Touristen sich
noch ausschließlich in die Sonne legen wollen und sie ihre Urlaubsentscheidung
immer öfter nach dem vorhandenen Freizeitangebots des Urlaubsortes
treffen."