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Wangerooge News
 

29.05.02

Ausschusssitzung für Finanzen und Verkehr

- ren - Wangerooge. Die Gemeinde Wangerooge ist seit dem Jahre 1989 ständig auf den Erhalt von Bedarfszuweisungen angewiesen, deren Ursachen ausschließlich in den nachhaltigen Verlusten des Eigenbetriebs „Kurverwaltung“ begründet sind. Bürgermeister Holger Kohls legte daher in der jüngsten Sitzung des Finanz- und Verkehrsausschusses ein Haushaltskonsolidierungskonzept für das Jahr 2002 vor. Statt der erwarteten Mehreinnahmen bei den Kurbeiträgen in einer Größenordnung bis zu 1,1 Millionen DM konnte durch die Einführung der Wangerooge-Card nur eine Steigerung der Einnahmen gegenüber 2000 von rund 460000 DM erreicht werden. Mit diesen Mehreinnahmen konnten jedoch nur die Tilgungsrate und die Zinsen des fremdfinanzierten Cardsystems sowie die Kosten des geregelten Benefits abgedeckt werden. Die Vermutungen Bärbel Herfels (CDU), dass Insulaner unter Verwendung ihrer eigenen Karten ihren Kurgästen die Kurtaxe ersparen, blieb ebensso unwidersprochen wie der Verdacht, dass erwachsene Insulaner mit den verbilligten Karten ihrer Kinder die Gates passieren. „Es ist traurig, wenn unsere eigenen Leute uns vor’s Knie treten“, schimpfte sie. Auch die Regelungen für die gänzliche oder teilweise Befreiung von der Kurbeitragspflicht für Verwandte ist noch nicht zufriedenstellend gelöst. Die Pro-Kopf-Verschuldung zum 31. Dezember 2001 von ca. 1560 Euro liegt mit knapp 900 Euro über dem Landesdurchschnitt von Gemeinden der Größenordnung bis zu 5000 Einwohner. Die massive Erhöhung gegenüber dem Jahr 2000 liegt im fremd finanzierten Erwerb von 22 Wohneinheiten aus Bundesliegensschaften im Dezember 2001 begründet. Die durch die Herbst- und Frühjahrsstürme 2001/ 2002 erforderten Sandfahrmaßnahmen im Bereich des Bade- und Burgenstrandes verursachten Kosten von rund 205000 Euro. Kohls sieht in seinem Konsolidierungskonzept keine Möglichkeiten, den für das Jahr 2002 erwarteten Fehlbetrag von 1592000 Euro sowie zukünftige Fehlbeträge abzudecken, zumal jährlich noch nicht einmal die notwendigen Mittel für die Bau- und Straßenunterhaltung oder auch Straßensanierung in den Haushalt eingestellt werden können. Da das 15-seitige Papier den Ausschussmitgliedern erst in der Sitzung verteilt wurde, soll es zunächst in den Fraktionen beraten werden, bevor der Rat die Neufassung beschließen kann. Auch wenn Bärbel Herfel „Bauchschmerzen“ bekommt, wenn sie daran denkt, „ wie restriktiv man sonst mit Fahrzeugen auf der Inssel umgeht“, erteilte der Ausschuss schließlich einstimmig die Ausnahmegenehmigung, bis zu fünf Clio des Sponsorss Renault während des Beachvolleyball-Turniers vom 19. bis 21. Juli an der oberen und unteren Strandpromenade aufzustellen.


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