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Wangerooge. Die Gemeinde Wangerooge ist seit dem Jahre 1989
ständig auf den Erhalt von Bedarfszuweisungen angewiesen,
deren Ursachen ausschließlich in den nachhaltigen Verlusten
des Eigenbetriebs Kurverwaltung begründet sind.
Bürgermeister Holger Kohls legte daher in der jüngsten
Sitzung des Finanz- und Verkehrsausschusses ein Haushaltskonsolidierungskonzept
für das Jahr 2002 vor. Statt der erwarteten Mehreinnahmen
bei den Kurbeiträgen in einer Größenordnung
bis zu 1,1 Millionen DM konnte durch die Einführung der
Wangerooge-Card nur eine Steigerung der Einnahmen gegenüber
2000 von rund 460000 DM erreicht werden. Mit diesen Mehreinnahmen
konnten jedoch nur die Tilgungsrate und die Zinsen des fremdfinanzierten
Cardsystems sowie die Kosten des geregelten Benefits abgedeckt
werden. Die Vermutungen Bärbel Herfels (CDU), dass Insulaner
unter Verwendung ihrer eigenen Karten ihren Kurgästen die
Kurtaxe ersparen, blieb ebensso unwidersprochen wie der Verdacht,
dass erwachsene Insulaner mit den verbilligten Karten ihrer
Kinder die Gates passieren. Es ist traurig, wenn unsere
eigenen Leute uns vors Knie treten, schimpfte sie.
Auch die Regelungen für die gänzliche oder teilweise
Befreiung von der Kurbeitragspflicht für Verwandte ist
noch nicht zufriedenstellend gelöst. Die Pro-Kopf-Verschuldung
zum 31. Dezember 2001 von ca. 1560 Euro liegt mit knapp 900
Euro über dem Landesdurchschnitt von Gemeinden der Größenordnung
bis zu 5000 Einwohner. Die massive Erhöhung gegenüber
dem Jahr 2000 liegt im fremd finanzierten Erwerb von 22 Wohneinheiten
aus Bundesliegensschaften im Dezember 2001 begründet. Die
durch die Herbst- und Frühjahrsstürme 2001/ 2002 erforderten
Sandfahrmaßnahmen im Bereich des Bade- und Burgenstrandes
verursachten Kosten von rund 205000 Euro. Kohls sieht in seinem
Konsolidierungskonzept keine Möglichkeiten, den für
das Jahr 2002 erwarteten Fehlbetrag von 1592000 Euro sowie zukünftige
Fehlbeträge abzudecken, zumal jährlich noch nicht
einmal die notwendigen Mittel für die Bau- und Straßenunterhaltung
oder auch Straßensanierung in den Haushalt eingestellt
werden können. Da das 15-seitige Papier den Ausschussmitgliedern
erst in der Sitzung verteilt wurde, soll es zunächst in
den Fraktionen beraten werden, bevor der Rat die Neufassung
beschließen kann. Auch wenn Bärbel Herfel Bauchschmerzen
bekommt, wenn sie daran denkt, wie restriktiv man sonst
mit Fahrzeugen auf der Inssel umgeht, erteilte der Ausschuss
schließlich einstimmig die Ausnahmegenehmigung, bis zu
fünf Clio des Sponsorss Renault während des Beachvolleyball-Turniers
vom 19. bis 21. Juli an der oberen und unteren Strandpromenade
aufzustellen.