(hp)
Zum zweiten mal trafen sich die
Wangerooger Wirte zum Stammtisch
im Café´ Pudding. Hauptthema
des Treffens war wieder einmal der
Personenverkehr, sprich Schiffsanbindung
der Insel durch die Deutsche Bahn.
Bemängelt wurde vor allem die
schlechte Organisation des Personen-
und Kraftfahrzeugaufkommens in Harle.
Es entstünde nicht nur ein
Stau vor dem Fahrkarten- und Gepäckaufgabeschalter,
sondern auch auf dem Parkplatz,
der keine Möglichkeit biete
den Kraftfahrzeugverkehr fließend
wieder abzuleiten. So wußte
Peo von einem Gast zu berichten,
der in Harle auf dem Parkplatz noch
rettungslos im Stau saß, während
seine Familie per Schiff den Hafen
bereits in Richtung Wangerooge verlassen
hatte. Da Wangerooge im allgemeinen
Gästeaufkommen der ostfriesischen
Inseln das Schlußlicht bilde,
war man sich einig, daß die
unbefriedigenden Verhältnisse
in Harlesiel daran ihren Anteil
haben. Dirk und Karsten erklärten
sich bereit ein Formular für
eine Gäste- und Insulanerbefragung
auszuarbeiten. Dieses soll in den
Wangerooger Betrieben ausgelegt
werden. Mit dem Ergebnis dieser
Befragung soll dann die Gemeindeverwaltung
konfrontiert und zur Mitarbeit motiviert
werden, um schnellstmöglich
eine Änderung der Transportverhältnisse
herbeizuführen. Des weiteren
soll versucht werden die betroffenen
Vereine, Verkehrsverein, DEHOGA
und Einzelhandelsverband, sowie
den Gemeinderat zu einer konzertierten
Aktion zu bewegen. Besorgt war man
über die Möglichkeit,
daß die Reederei Warrings
den Schiffsverkehr übernehmen
könne. Da würde Wangerooge
dann vom Regen in die Traufe kommen.
Um eine kostengünstige Verbindung
zu schaffen müsse Wettbewerb
zugelassen werden. Dies scheitere
aber weiterhin daran, daß
die Deutsche Bahn auf der Zugverbindung
in Wangerooge vom Anleger zum Bahnhof
den Daumen halte. Eine Öffnung
der Strasse vom Westturm zum Anleger
für den Personen- und Transportverkehr
vom Anleger zum Dorf könne
zwar als letzte Konsequenz ins Auge
gefaßt werden, wolle aber
eigentlich niemand, so Detlef.
Weitere Themen waren, der auf Großküchen
und Kantinen zugeschnittene, von
Klein- und mittelständischen
Betrieben bald nicht mehr zu erfüllenden
Formalismus, der von den Gastwirten
derzeit verlangt werde. Neben den
Ordner füllenden Aufzeichnungen
der sogenannten "Critcal-Controll-Points"
Formularen, die unkontrolliert verstauben,
der mehr Verbraucherverwirrenden
als -aufklärenden Zusatzstoffe-Verordnung,
war die Kontrolle der Küchenabzugsanlagen
durch die Schornsteinfeger ein weiteres
heißes Thema. Kritisiert wurde
vor allem, daß Schornsteinfeger
in ihrer Arbeitskleidung Abzugsanlagen
inspizieren, die sich über
Kochstellen befinden, auf denen
Speisen zubereitet werden. Eine
erstaunliche Ausnahmegenehmigung
für den "schwarzen Mann",
wo der Gesetzgeber doch sonst so
sehr auf Hygiene in den Betrieben
achte. Außerdem hat hier der
Gesetzgeber den schwarzen Männern
ein ordentliches Zubrot verschafft,
wieder einmal auf Kosten der Gastwirte.
Bleibt die Frage, wann denn die
Gastwirte von Gesetzen endlich auch
einmal finanziell profitieren können.
Eine Möglichkeit wäre
vielleicht der Zwangsverzehr von
Mahlzeiten durch Verwaltungsbeamte
während der Arbeitspausen in
einer der umliegenden Gaststätten.
Das würde über Tag immerhin
einen guten Umsatz garantieren und
die "Wirtschaft" endlich
wieder ankurbeln.
(hp)
Redaktionelle Anmerkung:
In einer anderen Angelegenheit hat
uns Bürgermeister Holger Kohls
folgende Anmerkung mit auf den Weg
gegeben:
Zitat aus dem Schreiben des Bürgermeisters
an den Küstenserver:
"Die Gemeinden bundesweit -
so auch Wangerooge - dürfen
sich zur Erledigung von Angelegenheiten
der örtlichen Gemeinschaft
sehr wohl wirtschaftlich betätigen,
sofern u.a. der öffentliche
Zweck dieses rechtfertigt. Der "öffentliche
Zweck" ist in höchstrichterlicher
Rechtsprechung mittlerweile klar
definiert. Hierzu zählen u.a.
die Berücksichtigung sozialer
Gesichtspunkte der Leistungsempfänger,
insbesondere durch Kontrolle örtlicher
Monopole zur Verhinderung von Mißbräuchen
durch überhöhte Preise
und ungünstige Bedingungen."
Zitat Ende.
Ich meine, daß auf der Hand
liegt, daß im Bereich des
Schiffs- und Bahnverkehrs auf Wangerooge
doch wohl ein privates Unternehmen
monopolistisch, zu überhöhten
Preisen und ungünstigen Bedingungen
das soziale Bedürfnis der Leistungsempfänger
(Gäste und Insulaner) auf angemessene
Transportbedingungen (z.B. Preise
für Fracht und Personenverkehr)
verletzt. Also, Herr Bürgermeister,
ran an den Speck, mit der Abschaffung
dieses Monopols können Sie
sich für die Insulaner und
ihre Gäste wirklich einmal
Lorbeeren verdienen, die Ihren Namen
dann auch für immer positiv
und unauslöschlich in die Chronik
der Insel einmeißeln werden.
Heino Plagenz