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Wangerooge News
 

19.04.02

Wirte trafen sich zum Stammtisch

 

(hp) Zum zweiten mal trafen sich die Wangerooger Wirte zum Stammtisch im Café´ Pudding. Hauptthema des Treffens war wieder einmal der Personenverkehr, sprich Schiffsanbindung der Insel durch die Deutsche Bahn. Bemängelt wurde vor allem die schlechte Organisation des Personen- und Kraftfahrzeugaufkommens in Harle. Es entstünde nicht nur ein Stau vor dem Fahrkarten- und Gepäckaufgabeschalter, sondern auch auf dem Parkplatz, der keine Möglichkeit biete den Kraftfahrzeugverkehr fließend wieder abzuleiten. So wußte Peo von einem Gast zu berichten, der in Harle auf dem Parkplatz noch rettungslos im Stau saß, während seine Familie per Schiff den Hafen bereits in Richtung Wangerooge verlassen hatte. Da Wangerooge im allgemeinen Gästeaufkommen der ostfriesischen Inseln das Schlußlicht bilde, war man sich einig, daß die unbefriedigenden Verhältnisse in Harlesiel daran ihren Anteil haben. Dirk und Karsten erklärten sich bereit ein Formular für eine Gäste- und Insulanerbefragung auszuarbeiten. Dieses soll in den Wangerooger Betrieben ausgelegt werden. Mit dem Ergebnis dieser Befragung soll dann die Gemeindeverwaltung konfrontiert und zur Mitarbeit motiviert werden, um schnellstmöglich eine Änderung der Transportverhältnisse herbeizuführen. Des weiteren soll versucht werden die betroffenen Vereine, Verkehrsverein, DEHOGA und Einzelhandelsverband, sowie den Gemeinderat zu einer konzertierten Aktion zu bewegen. Besorgt war man über die Möglichkeit, daß die Reederei Warrings den Schiffsverkehr übernehmen könne. Da würde Wangerooge dann vom Regen in die Traufe kommen. Um eine kostengünstige Verbindung zu schaffen müsse Wettbewerb zugelassen werden. Dies scheitere aber weiterhin daran, daß die Deutsche Bahn auf der Zugverbindung in Wangerooge vom Anleger zum Bahnhof den Daumen halte. Eine Öffnung der Strasse vom Westturm zum Anleger für den Personen- und Transportverkehr vom Anleger zum Dorf könne zwar als letzte Konsequenz ins Auge gefaßt werden, wolle aber eigentlich niemand, so Detlef.
Weitere Themen waren, der auf Großküchen und Kantinen zugeschnittene, von Klein- und mittelständischen Betrieben bald nicht mehr zu erfüllenden Formalismus, der von den Gastwirten derzeit verlangt werde. Neben den Ordner füllenden Aufzeichnungen der sogenannten "Critcal-Controll-Points" Formularen, die unkontrolliert verstauben, der mehr Verbraucherverwirrenden als -aufklärenden Zusatzstoffe-Verordnung, war die Kontrolle der Küchenabzugsanlagen durch die Schornsteinfeger ein weiteres heißes Thema. Kritisiert wurde vor allem, daß Schornsteinfeger in ihrer Arbeitskleidung Abzugsanlagen inspizieren, die sich über Kochstellen befinden, auf denen Speisen zubereitet werden. Eine erstaunliche Ausnahmegenehmigung für den "schwarzen Mann", wo der Gesetzgeber doch sonst so sehr auf Hygiene in den Betrieben achte. Außerdem hat hier der Gesetzgeber den schwarzen Männern ein ordentliches Zubrot verschafft, wieder einmal auf Kosten der Gastwirte.
Bleibt die Frage, wann denn die Gastwirte von Gesetzen endlich auch einmal finanziell profitieren können. Eine Möglichkeit wäre vielleicht der Zwangsverzehr von Mahlzeiten durch Verwaltungsbeamte während der Arbeitspausen in einer der umliegenden Gaststätten. Das würde über Tag immerhin einen guten Umsatz garantieren und die "Wirtschaft" endlich wieder ankurbeln.

(hp) Redaktionelle Anmerkung:
In einer anderen Angelegenheit hat uns Bürgermeister Holger Kohls folgende Anmerkung mit auf den Weg gegeben:
Zitat aus dem Schreiben des Bürgermeisters an den Küstenserver:
"Die Gemeinden bundesweit - so auch Wangerooge - dürfen sich zur Erledigung von Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft sehr wohl wirtschaftlich betätigen, sofern u.a. der öffentliche Zweck dieses rechtfertigt. Der "öffentliche Zweck" ist in höchstrichterlicher Rechtsprechung mittlerweile klar definiert. Hierzu zählen u.a. die Berücksichtigung sozialer Gesichtspunkte der Leistungsempfänger, insbesondere durch Kontrolle örtlicher Monopole zur Verhinderung von Mißbräuchen durch überhöhte Preise und ungünstige Bedingungen."
Zitat Ende.
Ich meine, daß auf der Hand liegt, daß im Bereich des Schiffs- und Bahnverkehrs auf Wangerooge doch wohl ein privates Unternehmen monopolistisch, zu überhöhten Preisen und ungünstigen Bedingungen das soziale Bedürfnis der Leistungsempfänger (Gäste und Insulaner) auf angemessene Transportbedingungen (z.B. Preise für Fracht und Personenverkehr) verletzt. Also, Herr Bürgermeister, ran an den Speck, mit der Abschaffung dieses Monopols können Sie sich für die Insulaner und ihre Gäste wirklich einmal Lorbeeren verdienen, die Ihren Namen dann auch für immer positiv und unauslöschlich in die Chronik der Insel einmeißeln werden.
Heino Plagenz


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