(hp)
Ein Minus von 1,54 Millionen EURO weist der Verwaltungsetat der
Gemeinde Wangerooge aus. Den Einnahmen von 4,83 Millionen EURO stehen
Ausgaben von 6,37 Millionen EURO gegenüber. Die hohen Verluste
seien entstanden, weil die Gemeinde die Verluste der Kurverwaltung
aus dem Jahr 2001 ausgleichen muß und rund 500.000 Euro für
dieses Jahr bereits verplant sind. Defizite bei den Erträgen
im Kurmittelbereich, dem Freizeitbad Oase, sowie den schwer kalkulierbaren
Kosten für die Sandfahrmaßnahmen am Hauptbadestrand sind
nach Aussage Bürgermeister Kohls hauptsächlich verantwortlich
für die Misere. Große Hoffnungen setzt Kohls desahlb
2002 auf eine höhere Einnahme bei der Kurtaxe durch die Wangerooge-Card.
Ohne die Verluste der Kurverwaltung würde rein rechnerisch
ein Überschuss von 86.300 EURO erwirtschaftet worden sein.
Größte Einnahmequelle der Gemeinde sei der Grundstücksverkauf
im Baugebiet am Deich. "Die Finanzierung der noch ausstehenden
Investitionsmaßnahmen ist nur durch Fremdmittel, also Zuschüsse
und Darlehen, möglich", so Kohls.
Obwohl der Gemeinde kein Geld für Investitionen bleibt, wurden
die Pläne für eine Streetbal- und Skateranlage auf den
Weg gebracht. Der Eigenanteil an den Kosten für die Sanierungsarbeiten
am Freizeitbad, die sich auf insgesamt ca. 730 000 EURO belaufen,
werden aus der Liquiditätsreserve der Gemeinde bestritten.
Die Sanierung des maroden Kanalnetzes, in das zukünftig noch
ca. 2 Millionen EURO investiert werden müssen, bleibt vorrangig.
Der Schuldenstand wird am Ende des Jahres voraussichtlich 1503 EURO
pro Kopf der Bevölkerung betragen und wäre somit mehr
als doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt bei vergleichbaren
Gemeinden (674 EURO).
Erfreuliches gab es dann aber auch noch zu vermelden. Die Grund-
und Gewerbesteuersätze werden nicht erhöht und sind somit
seit 1996 stabil, die Strassenreinigungsgebühr sinkt von 6,96
DM auf 5,98 DM (3,06 EURO) pro Strassenmeter, die Abwassergebühr
sinkt von 5,57 DM auf 5,42 DM ( 2,77 EURO) pro Kubikmeter Frischwasser.