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Wangerooge News

Das Müllproblem ist eins der größten
Bürgerverein Wangerooge diskutierte über zahlreiche Themen

Obwohl die Versammlung des über 60 Mitglieder zählenden Bürgervereins Wangerooge relativ schwach besucht war, wurde unter dem Vorsitz von Regine Leicht in der Gaststätte „Die Börse“ lange und intensiv über viele Themen diskutiert, am längsten jedoch über Maßnahmen zur Inselreinigung. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass eine Putzaktion im Jahr zu wenig ist. Vor allem fehlen Mülleimer und -tonnen an Bänken, Straßen sowie im Osten und Westen der Insel. So gibt es im Westen nur einen Mülleimer für 600 Kinder, die sich dort in der Saison aufhalten. Auch für das Problem der Leerung gab es Vorschläge: Einerseits könnten Sozialhilfeempfänger beschäftigt werden, zum anderen wurde für den westlichen Bereich der Insel an Bodo Hundorf gedacht, der gegen Entschädigung eventuell den Müll mitnehmen könnte, da er sowieso täglich hin- und herfährt. Henning Neuhaus und Brigitte Rilke wollen die Insel ablaufen um dem Rat der Gemeinde einen konkreten Plan zu unterbreiten, wo aus ihrer Sicht Mülleimer oder -tonnen aufgestellt werden müssten. Bei der nächsten Werksaussschusssitzung sollen diese Vorschläge dann thematisiert werden. Auch der Müll am Strand war den Anwesenden ein Dorn im Auge. Da der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK) auf Anfrage dass Treibgut nicht wegräumen darf, sollten Absprachen mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt getroffen werden, einmal im Monat den Müll abzutragen. Regine Leicht will im Vorfeld abfragen, wie andere ostfriesische Inseln dieses Problem lösen. Auch Maßnahmen zur Landschaftspflege wurden in diesem Zusammenhang diskutiert. Neben der Entfernung des Japanischen Staudenknöterichs mitsamt seines Wurzelwerks, das andere Pflanzen verdrängt, müssen vorrangig die Jungpflanzen der Kartoffelrose gerodet werden, damit möglichst viele Dünen mit ihrem Heidebewuchs erhalten bleiben. Außerdem wurden angeregt Sammelaktionen von Goldafterraupen, deren Gespinste heftige Hautreaktionen verurssachen können. Regine Leicht will einen Pflegeplan erstellen und möglichst viele Vereine, Verbände und auch die Schulen über verstärkte Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit einbeziehen. Über die Pflanzen kam man im Verlaufe der Diskussion auf die insulare Tierwelt zu sprechen. Allerdings blieben am Schluss einige Fragen offen: Ist es nötig, weiterhin auf Hasen zu schießen, die ohnehin als Beutetiere der Greifvögel kaum noch hoch kommen und überdies auf der Roten Liste stehen? Und ist die stark reduzierte Hasenpopulation überhaupt noch gesund, wo doch die letzte Blutauffrischung bereits Mitte der sechziger Jahre statfand? Welche Maßnahmen gibt es, gegen die Besitzer der zahlreichen freilaufenden Katzen im Westen vorzugehen, die sich immer wieder erfolgreich auf Vogeljagd begebeen? Ist es nicht günstiger, den Hundestrand in westliche Richtung zu verlegen, damit die Kinder aus den Kureinrichtungen den Bereich des jetzigen Hundestrandes nutzen können? Und sollen sich nicht bei Seehundfunden am Strand zunächst kompetente Personen die Tiere ansehen, damit in Zukunft unnötige Feuerwehreinsätze vermieden werden können? Neben all diesen Anfragen und Anregungen plant der Bürgerverein für die nächsten Monate Folgendes: Anfang März sollen Wahlen stattfinden; außerdem soll der neue Wangerooge-Film gezeigt werden. Die Putzaktion am Sonnabend, den 9.3. organisiert erstmalig der Bürgerverein: Ansprechpartner ist Henning Neuhaus, Tel:: 1839. Vom 15. - 17.3. beteiligen sich Mitglieder des Bürgeervereins an Gruppenbetreuungen anlässlich der Veranstaltung „Insulaner unner sück“, zu der sich bislang 340 Gäste angemeldet haben. Ansprechpartnerin für Rückfragen ist Thekla Dickebohm, Tel.: 355. Für April oder Mai ist ein kultureller Abend geplant, bei dem neben Darbietungen zur Unterhaltung und zum Mitmachen auch Kunsthandwerkliches der Insulaner gezeigt werden soll. Der Kontakt zur Oldenburgischen Landschaft soll hergeesstellt und die Lokale Agenda 21 mit Inhalten gefüllt werden. Hierzu wurde Anfang Januar eine Beschlusssvorlage an den Rat gesandt, mit dem Ziel, die 1992 in Rio de Janeiro verabschiedete Agenda 21 auch für Wangerooge umzusetzen. Anfänge durch den Arbeitskreis Dorferneuerung , die Bildung eines Präventionsrates und die Aktivitäten des Bürgervereins sind bereits gemacht. Zur näheren Information über die grundlegenden Beschlüsse von Rio und Möglichkeiten ihrer Umsetzung kann ein umfangreicher „Leitfaden“ mit einer Adressen- und Literaturliste, herausgegeben vom Forum Umwelt und Entwicklung, bei Regine Leicht im Rosenhaus kostenlos abgeholt werden.



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