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Gemeinde kauft 22 Wohnungen vom Bundesvermögensamt
Gebühren für Abwasser und Straßenreinigung ab 1.1.2002 verringert

(pku) Die erste Sitzung des Ausschusses für Finanzen und Verkehr der Gemeinde Nordseeheilbad Wangerooge unter der Leitung von Michael Strahlmann (SPD) brachte für die Inselbewohner erfreuliche aber auch ernüchternde Ergebnisse. Seit April 1998 führte die Gemeinde Verhandlungen mit dem Bundesvermögensamt um den Ankauf von 22 Mietwohnungen auf der Nordseeinsel (NWZ berichtete). Damit diese Wohnungen der Insel als Mietwohnungen erhalten bleiben haben sich Verwaltung und Rat, nicht zuletzt auch mit allerlei Schachzügen, in den letzten Monaten verstärkt ins Zeug gelegt. Nachdem der Kaufpreis beim Bundesvermögensamt um einen wesentlichen Betrag heruntergehandelt werden konnte kam am Mittwoch dann auch noch das endgültige o.k. der kommunalen Aufsichtsbehörde, die der Gemeinde unter bestimmten Bedingungen den Kauf der Immobilien erlaubte. So dürfen zukünftige Mieterhöhungen nur im gesetzlichen Rahmen vorgenommen werden, ebenso erhalten die Mieter einen 5 jährigen Kündigungsschutz. Ferner soll eine mit diesem Kauf verbundene Baufläche an der Rösingstraße vorrangig an Insulaner für Mietwohnungen veräußert werden und der daraus erzielte Gewinn für Modernisierung und Erhaltung der 22 Wohnungen eingesetzt werden. "Noch in diesem Jahr soll der Kauf über die Bühne gehen, ab 1.1.2002 sind diese 22 Wohnungen dann Eigentum der Gemeinde. Unsere Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt", gab Bürgermeister Holger Kohls nicht ohne Stolz dem Ausschuss bekannt.
Weiterhin positives zu berichten wusste der Bürgermeister über eine mögliche Reduzierung der Abwasser- und Straßenreinigungsgebühren. Neben der Umstellung auf Euro beschlossen die Ausschussmitglieder die Kanalbenutzungsgebühr von 5,57 DM je Kubikmeter auf zukünftig 5,42 DM (2,77 € ) zu senken. Gleiches taten sie bei der Straßenreinigungsgebühr, diese wurde dank der abgeschlossenen Abschreibung für die Straßenreinigungsmaschine gar um 0,98 DM von 6,96 DM auf 5,98 DM (3,06 € ) je Frontmeter reduziert.
In diesem Zusammenhang wies Gemeindekämmerer Tosten Stumpf darauf hin, dass der Oldenburg- Ostfriesische Wasser Verband (OOWV) bedingt durch eine EDV-Umstellung zwischen 396 und 430 Tagen bei der letzten Ablesung als Grundlage für die Abschlagszahlungen 2002 berechnen musste.
Auch die Privaten Haushalte können sich an den OOWV halten, um sich die Abschlagszahlungen für 2002 wieder auf den bisherigen Verbrauch zurückschrauben zu lassen.
Nicht so positiv waren die Erläuterungen des Bürgermeisters zum ersten Nachtragshaushalt 2001. Die Einnahme Entwicklungen des Verwaltungshaushaltes und die Gesamtentwicklung des Vermögenshaushaltes verliefen im 3.Quartal weder erwartungsgemäß noch ist für die nahe Zukunft eine Besserung abzusehen. Alle Gemeinden haben einen erheblichen Einbruch bei den Gewerbesteuereinnehmen zu verzeichnen, dies ist auf Wangerooge nicht anders. Der Fehlbedarf im Haushalt 2001 - Verwaltungshaushalt - erhöht sich von bislang 2.119.100 DM auf nunmehr 2.246.300 DM. mithin um 127.200 DM. Wesentlicher Faktor für die weitere Verschlechterung der Haushaltssituation trotz erhaltener Bedarfszuweisung in Höhe von 1.200.000 DM zur Minderung des Rechnungsfehlbetrages 2000 sind die neu zu veranschlagenden Verlustabdeckungen für die Jahre 2000 und 2001 beim Eigenbetrieb Kurverwaltung.
Die Gesamtentwicklung des Vermögenshaushaltes muss zudem als negativ bezeichnet werden, da bislang im Jahr 2001 keine Grundstücke im Neubaugebiet "Am Dorfdeich Süd" veräußert wurden. "Jährlich müssen 5 Grundstücke veräußert werden, für 2001 sind nur zwei Verkäufe in Aussicht" gab Bürgermeister Holger Kohls zu bedenken. Zudem würde, wenn dieser Trend anhält, sich eine Darlehenstilgung, die in 2003 ausläuft, automatisch verlängern.
Der Vermögenshaushalt hat sich gegenüber dem Haushaltsplan um insgesamt 2.188.000 DM auf nunmehr 4.035.200 DM, die Ausgaben um insgesamt 2.235.400 DM auf nunmehr 4.082600 DM erhöht. Der Vermögenshaushalt schließt auch unter Verwendung der gesamten Rücklagenmittel mit einem Fehlbedarf in Höhe von 47.400 DM ab. In diesem Zusammenhang wies Bgm. Holger Kohls darauf hin, dass der zukünftige Erwerb der Bundesliegenschaften schon voll im Vermögenshaushalt abgedeckt ist.
Dem Antrag des stellvertretenden Bürgermeisters Uwe Osterloh, den Nachtragshaushalt aufgrund der Kürze ohne Beschlussvorlage in den Rat zu geben, stimmte der Ausschuss einstimmig zu.
Freuen darf sich noch die Feuerwehr. Der Landkreis Friesland bewilligte einen Förderbescheid für Feuerschutzkleidungen in Höhe von 4200.- DM. Zudem wurde eine weitere Beihilfe für Feuerschutz von 3544,58 DM gewährt.
Einen Vermuttropfen hatte der Bgm. dann noch von Seiten der DB, Reise und Touristik zu berichten. Die Preise für Stückgut, Rollgeld und Expressgut erhöhen sich zum 1.1. 2002 um 2%, ferner kostet die Tonne Wagenladungsverkehr zukünftig 7,10 Euro.

 

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