Kurbeiträge blieben unter den Erwartungen
Nachdem die beiden zugewählten Personalmitglieder Wilfried Kummer
und Karin Riehl verpflichtet wurden, stellte der stellvertretende
Kurdirektor Wilhelm Janssen auf der letzten Werksausschusssitzung
unter Vorsitz von Detlef Schulz, SPD, den Jahresabschluss und den
Jahresbericht des Eigenbetriebs Kurverwaltung für
das Jahr 2000 vor. Dieser Wirtschaftsplan schließt mit einem
Bilanzverlust von 1 661 896 DM (1999: 1 438 829 DM). Dieses Defizit
führte Janssen unter anderem auf die Sandfahrmaßnahmen
zurück, die 519000 DM verschlungen haben. Auch die Auslastung
des Mutter- Kind- Heimes Villa Kunterbunt blieb in den
Monaten November und Dezember hinter den Erwartungen zurück.
Die Entnahme aus der Kapitalrücklage zum teilweisen Verlustausgleich
beträgt 444 547 DM. Auch wenn der Abschlussbericht kein
Anlass zu besonderer Freude ist, so Uwe Osterloh, SPD, wurde
dem Werksleiter einsstimmig Entlastung erteilt. Der erste Nachtrag
zum Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Kurverwaltung für das Jahr
2001 erfüllte ebenfalls nicht die Erwartungen. Durch die Einführung
der Wangerooge-Card werden zwar voraussichtlich rund 400000 DM mehr
Kurbeiträge eingenommen, erwartet wurden jedoch mindestens 700000
DM Mehreinnahmen für den schlimmsten Fall. Günstigere Prognosen
gingen von 1,1 Mio DM Mehreinnahmen aus. Bürgermeister Holger
Kohls verteidigte jedoch noch einmal die Einführung der Card
und wies darauf hin, dass die Kurbeitragsehrlichkeit vor Einführung
bei 67 Prozent lag. Er erhofft sich deutlich mehr Kurbeiträge
durch gezielte Ansprache der Zweitwohnungsbesitzer, die trotz Verpflichtung
ihre Wangerooge-Card nicht benutzt haben. Da auch die Gästezahlen
in etwa konstant geblieben sind, soll die Diskrepanz zwischen der
Erwartung und den tatsächlich erzielten Beiträgen auch im
Hinblick auf die gewährten Benefits (z.B. 60000 DM im Freizeitbad)
genauer hinterfragt werden. Jürgen Wiebach, CDU, wollte in diesem
Zusammenhang geklärt haben, welche zusätzlichen Personalkosten
entstanden sind. Schließlich wurde dieser erste Nachtrag zum
Wirtschaftsplan wegen weiterer Beratung in den Fraktionen ohne Beschlussvorlage
einstimmig an den Verwaltungsausschuss und an den Rat gegeben.