Regattaläufe wegen schlechtem Wetter abgesagt.
Trotzdem
war die Stimmung gut. Auch in diesem Jahr hat der Wangerooger Yachtclub
und die Kurverwaltung zum WESTTURM-Cup - die Regatta für Strandcatamarane
- eingeladen. 20 Boote haben gemeldet. Einige Segler trailerten nach
Harle und setzten am Freitagnachmittag mit den CATS zur Insel, eine
Gruppe segelte über Wilhelmshaven direkt zum Strand, ein Teilnehmer
kam direkt von Cuxhaven nach Wangerooge gesegelt. Auch viele Wangerooger
Catsegler nahmen an der Veranstaltung teil. Freitagabend fand am Surfstrand
eine kleine Begrüßungsparty im Surfkiosk statt. Für
Samstagmorgen waren die Regattaläufe angesagt. Steuermannsbesprechnung
war für 10.00 h angesetzt. Martin Wilmering, 1. Vors. des WYC
eröffnete die Regatta und begrüßte alle Teilnehmer.
Bürgermeister Kohls nahm die Gelegenheit war Grußworte
an die Teilnehmer zu richten. Danach nahm der Regattaleiter Heinz
Schneider, vom DSV ( Deutschen Seglerverband) das Zepter in die Hand.
Als erstes musste eine Startverschiebung wegen dem stark aufgekommenen
Wind und der hohen Brandung verkündet werden. Die Tonnen(Wendemarken)
wurden dennoch ausgebracht. Die Startlinie bildete eine Tonne und
das Motorboot von Jan Gerdes, der sehr mit der hohen Dünung zu
kämpfen hatte. Durch die starke Strömung riss der schwere
Anker immer wieder aus dem Grund. Regen - starker Wind - und hohe
Brandung zeichneten diesen Samstag aus. Aus Sicherheitsgründen
und zur Schonung des Materials hat sich die Regattaleitung Mittags
entschlossen die Wertungsläufe abzusagen. 2 Crews haben sich
dennoch in die Brandung gewagt. Ein heisser Ritt über die Wellen
mit anschließender Kenterung. Die Teilnehmer nutzten den Nachmittag
zum small talk oder zur Inselerkundung. Abends fand auf der Strandpromenade
vor dem Kurhaus die Grillparty statt. Die Crew vom Kurhaus Graf Luckner
sorgten für das leibliche Wohl und ein nie versiegenden Bierhahn.
Die LIFEband "WRONG HAIRCUT" heizte mit flotter Musik ein.
Bis tief in die Nacht wurde gefeiert. Viele Regattateilnehmer, Gäste
und Insulaner nutzen die Gelegneheit richtig "abzutanzen".
Rechtzeitig zur Abreise am Sonntag hat sich das Meer beruhigt. Bei
gutem Wind konnten die Teilnehmer die Rückreise wieder auf dem
eigenen Kiel antreten. Aus Sicherheitsgründen nahm Jan die Begleitung
der Überfahrt nach Harle mit seinem Motorboot vor. Bis auf einen
Teilnehmer sind alle wieder sicher angekommen. 2 junge Segler aus
Heide in Schleswig Holstein erlitten kurz vor dem Hafen in Wangerooge
Schiffbruch. Plötzlich und nicht vorhersehbar ein lauter Knall
- wie Hagen später berichtete - und das Deck des Steuerbordrumpfes
war auf einer Länge von ca 1 Meter aufgerissen und lief voll
Wasser. Die großen Kräfte, die das Want auf den Rumpf einwirkten
verursachten den Schaden. In den Rümpfen der Cats befinden sich
Auftriebskörper, sodaß die Boote nicht sinken können.
Mit Wasser im Rumpf liegen sie sehr tief, sind aber noch segelbar.
Mit eigener Kraft konnten die beiden Segler den Wangerooger Hafen
noch auf eigenem Kiel erreichen. Im Watt war zu diesem Zeitpunkt noch
recht hohe Dünung, sodaß ein abschleppen nach Harle nicht
möglich war. Die beiden Segler hatten sich schon über eine
zusätzliche Nacht auf der Insel abgefunden.
Bernd Abels bot ihnen sofort an auf seinem Boot zu schlafen. Hartgesottene
Segler nehmen viel in Kauf - auch wenn das Gepäck schon in Harle
ist. Ein großes Lob an die SIW. Kurze Frage an den Kapitän
des Fahrgastschiffes Harlingerland und der der Cat hing schon am Haken
und wurde auf das Vordeck des Fahrgastschiffes verholt. Ein tolles
Bild aber keiner hatte eine Fotoapparat dabei. Dank der unkomplizierten
Hilfe des Kaptäns und der Crew der Harlingerland konnten die
beiden dennoch ihre Ziel Heide in Schleswig Holstein noch am selben
Tag erreichen. Das Verhalten des Kapitäns und der Crew zeigten
was richtige Seemannschaft ist.
Natürlich gab es am Samstag einige Diskussionen segeln - geht
doch, jetzt starten. Natürlich sind die Cats für solche
Seebedingungen geeignet. Es ist natürlich etwas anderes, wenn
in eigener Verantwortung auf eigenes Risiko gesegelt - verhalten dem
Wetter angepasst, oder ob eine offizielle Regatta unter Wettkampfbedingungen
gestartet wird. Safty first war jedoch die Richtige Entscheidung,
es hätte sicherlich viel Kenterungen und viel Bruch gegeben.
Die Regattaleitung konnte die Verwantwortung dafür nicht übernehmen.
Trotzdem keine Wertungsläufe stattfinden konnten, der Westturm-Cup
nicht ausgesegelt wurde, war es dennoch eine runde Veranstaltung.
Einige auswärtige Segler riefen mich danach noch an und fragten
ob wir den nächstes Jahr trotzdem wieder eine Regatta veranstalten.
"Das Revier und die Insel sei so toll".
Selbstverständlich ! Der WESTTURM CUP 2002 ist schon in Planung.
Voraussichtlich am letzten August- wochenende 2002. An dieser Stelle
möchte ich mich bei allen Helfern und vor allem bei allen Sponsoren
bedanken, die diese Regatta erst möglich gemacht haben.
Volker Nannizzi