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Frischer Wind für den Naturschutz
Das Praktikum für die Umwelt

- Foto: Regine Leicht, Maren Bauer und Christiane Janßen begutachten den Sachen-finde-Beutel von Jens Freuen.
Vornehmlich in den Sommermonaten werden die in reizvoller Landschaft gelegenen dreizehn Nationalparke von zahlreichen Urlaubern aufgesucht. Wichtige Lebensräume sind jedoch durch den Tourismus gefährdet, solange das erforderliche umweltgerechte Verhalten fehlt. Vor diesem Hintergrund entstand 1990 das "Praktikum für die Umwelt" in Zusammenarbeit zwischen den deutschen Nationalparken und der Commerzbank. Dieses Projekt ermöglicht jährlich circa 60 Studentinnen und Studenten weltweit für drei bis sechs Monate die Umweltbildungsarbeit in einem Nationalpark zu unterstützen. 1992 wurde zwischen der Commerzbank und der Dachorganisation der Schutzgebiete, Europarc Deutschland eine enge Zusammenarbeit beschlossen: Europarc gibt die fachlichen Inhalte vor und koordiniert das Projekt, die Bank zahlt den Praktikanten ein monatliches Gehalt von 500 DM und finanziert die Unterkunft vor Ort wie auch die Einführungs- und Betreuertagung. "Bei uns waren schon angehende Biologen, Landschaftsplaner, Lehrer, Umweltwissenschaftler, Designer, Öffentlichkeitsarbeiter, Erzieher, Landwirte aber auch junge Menschen, die sich erst einmal beruflich orientieren wollten,bevor sie sich für eine Ausbildung entschieden haben", berichtet Christiane Janßen, Leiterin des Nationalparkhauses Carolinensiel. Natürlich können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nationalparkeinrichtungen immer Hilfe gebrauchen, vor allem in der Saison.
Darüber hinaus sollen die Praktikantinnen und Praktikanten aber auch ein Projekt planen und durchführen. In diesem Jahr haben die Nationalpark-Häuser Carolinensiel und Wangerooge versucht sich ergänzende Themen zu bearbeiten. "Direktcycling und Kreisläufe in der Natur" ist das Motto. Jens Freuen, Praktikant im Nationalpark-Haus Carolinensiel, hat eine Ausbildung als Erzieher abgeschlossen. Er plant zum Ende des Praktikums im Oktober eine Veranstaltung mit den Kleinen: Er wird einen Spaziergang am Strand und Wattrand im Kindergarten vorbereiten und dann mit ihnen losziehen. "Es soll ganz einfach werden", sagt Herr Freuen. "Wir werden gemeinsam frei nach Pippi Langstrumpf einen "Sachen-finde.Beutel" aus altem Wachstuch und Naturmaterialien basteln und uns dabei unterhalten, was man wohl finden könnte, um es dann in diese selbst gebastelte Verpackung zu tun. An einem zweiten Vormittag gehen wir dann ans Watt und werden sehen, welche Schätze wir in der Wattenmeernatur finden. Dabei werden sicher Fragen gestellt: Warum liegen hier so viele Muschelschalen? Oder: Lebt diese Schnecke noch? Die Kinder sollen spielerisch etwas über das Leben und Sterben einer Muschel oder einer Schnecke erfahren. Sie werden sehen, welche wunderbare "Verpackung" die Natur für diese Tiere geschaffen hat, um ihr Leben zu schützen." Maren Bauer, diesjährige "Praktikum-für-die-Umwelt"-Teilnehmerin im "Rosenhaus" auf Wangerooge, studiert Landschaftspflege und unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem bei der Durchführung der zahlreichen Veranstaltungen.
Um das Angebot des "Rosenhauses" für Kinder und Jugendliche ab 13 Jahren zu erweitern, ist von Maren Bauer ein Projekt zum vorgegebenen Thema "Kreisläufe im Wattenmeer" bearbeitet worden. Dabei handelt es sich um ein Konzept für einen mehrtägigen Workshop, der sich sowohl an Jugendgruppen beziehungsweise Schulklassen als auch an Erwachsene (z.B. im Rahmen eines Bildungsurlaubs) richtet. Ziel ist es, den Teilnehmern die Einzigartigkeit und Schutzwürdigkeit des Ökosystems Wattenmeer zu verdeutlichen und dabei auch auf Gefährdungen und Belastungen hinzuweisen. Neben Führungen am Strand und im Watt gehören Elemente aus dem Bereich der Naturerlebnispädagogik zum Konzept, um die Teilnehmer auf spielerische Weise Zusammenhänge erfahren zu lassen. In einem Programm-Block zur Abfallverringerung steht neben der Recycling-Thematik die gestalterische Tätigkeit im Vordergrund. Insgesamt soll der Workshop dazu dienen, sich intensiv mit den Kreisläufen im Wattenmeer auseinanderzusetzen und bewusst zu machen, inwieweit das eigene Umweltverhalten darauf einwirkt. Das Konzept soll dabei nicht nur ins Veranstaltungsangebot des "Rosenhauses" aufgenommen werden, sondern darüber hinaus den anderen Bildungseinrichtungen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zur Verfügung gestellt und dort gegebenenfalls an die Örtlichkeiten angepasst werden. "Nicht nur, dass die Praktikanten eine wertvolle Unterstützung für unsere Arbeit sind", so Regine Leicht, Leiterin des Nationalpark-Hauses "Rosenhaus".
"Das "Praktikum für die Umwelt" zeigt sich auch immer wieder als Jobschmiede für die Teilnehmer: So konnten bereits ehemalige Praktikanten feste Stellen in Umwelteinrichtungen bestzen." Bewerbungsunterlagen für diese begehrten Praktikumsplätze erhält man ab Oktober eines jeden Jahres bei Europarc Deutschland unter www.europarc-deutschland.de und bei allen Commerzbank-Filialen.

 

 

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