Geplanter Supermarkt ein "Riesenklotz"
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Reiterpension in Gefahr? Bauausschuss diskutierte Bebauungspläne
Jow Wangerooge. Der im Bereich Bahnhof / Siedlerstraße geplante
neue Supermarkt bereitete den Mitgliedern des Bauausschusses am
vergangenen Mittwoch buchstäblich Bauschmerzen: Der neue Gebäudekomplex
soll eine Gesamtfläche von 1400 qm2 aufweisen und wird deshalb
eine Gesamtlänge von rund 75 Metern umfassen. "Das wird
ein Riesenklotz," befürchtete CDU-Mann Detlef Engelmeier.
Bei einer Gebäudehöhe von mindestens 10 m und einer Zweigeschossigkeit
könne hier ein "Riesenriegel" entstehen. "Dieser
Anblick könnte unseren Gästen nicht unbedingt gefallen,"
meinte Engelmeier weiter. Allerdings signalisierte Lutz Winter vom
Planungsbüro Thalen sofort die grundsätzliche Kooperationsbereitschaft
des Investors, die oberen Stockwerke des Lebensmittelmarktes so
zu gestalten, dass ein "klotziger Gebäudeanblick weitgehend
verhindert wird" (Thalen). Die Länge des Gebäudes,
die um die Hälfte über den sonst üblichen 50 m läge,
sei jedoch unvermeidlich, um eine Verkaufsfläche von rund 1000qm2
gestalten zu können, so der Planer weiter. Auch sollte das
erste Gebäudestockwerk nur als Wohnung für betriebseigenes
Personal genutzt werden.
Obwohl sich der Bauausschuss letztendlich dazu durchringen konnte,
den 6. Änderungsvorschlag an den Rat weiterzureichen, bestand
die CDU-Fraktion auf Offenlegung des geplanten Bauvorhabens: "Wir
wollen nicht Tür und Tor öffnen, bevor wir nicht genau
über die Ziele der Bundesbahn informiert sind," bekräftigte
Engelmeier abschließend.
Weiteres Konfliktpotential steckt auch immer noch in der Reiterpension
der Familie Janssen. Durch die Neugestaltung des Bebauungsplanes
Nr. 18, der die Fläche zwischen Rösingstraße und
Siedlerstraße als Mischgebiet ausweist, könnte die Haltung
der pensionseigenen Pferde gefährdet sein. Obwohl der Bausschuss
der Meinung ist, dass sich aufgrund einer seit Jahren gewachsenen
Nachbarschaft keine Beschwerden wegen der Reitaktivitäten auf
dem Hof ergeben werden, sieht das Lutz Winter anders: "Pferdehaltung
in einem Wohngebiet ist grundsätzlich problematisch und man
muss mit gerichtlichen Auseinandersetzung rechnen, falls es Beschwerden
von Anwohnern geben sollte," betonte der Bauplaner. Nun soll
ein weiteres Gutachten über die Verträglichkeit der Tierhaltung
und des Reitbetriebes in dem Wohngebiet entscheiden. "Wir wissen
jedoch bereits, was wir wissen wollen," wehrte sich Dieter
Gebhards als Vorsitzender des Bauausschusses. Man wolle an der jetzigen
Situation nichts ändern, sondern das Reitangebot erhalten,
so Gebhards abschließend.
Nägel mit Köpfen will der Ausschuss hinsichtlich der "wilden"
Werbung machen, die mit Aufstellschildern, Plakaten und selbstgezimmerten
Holzkästen das Wangerooger Ortsbild verschandeln: Um künftig
eine rechtliche Grundlage zur Aufstellung von Werbeanlagen aller
Art zu haben, stellte Andreas Wiethop vom Stadtplanbüro Bohner
ein umfangreiches Regelwerk vor, das jetzt möglichst schnell
durch die Gremien gebracht und verabschiedet werden soll.