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Gefahren durch Jade-Weser-Port
SPD Wangerooge sorgt sich um Strand

- Foto: SPD-Spitzenkandidat Uwe Osterloh, SPD_Vorsitzende Rosemarie Gause und Bürgermeister Holger Kohls erklärten Wilfried Adam (im Bild ganz links) und Heino Janssen (rechts) die Sandfahrmaßnahmen, die in den letzten beiden Jahren 1,1 Millionen DM gekostet haben.
Der Stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Wilfried Adam, zu dessen Aufgabenschwerpunkten die Häfen und die Schifffahrt gehören, referierte auf Einladung der SPD, Wangerooge über den geplanten Jade-Weser-Port. Er stellte hierbei noch einmal klar, dass Wilhelmshaven als zweitgrößter norddeutscher Umschlaghafen am 30.3. den Zuschlag erhalten habe, weil es hier weder Probleme mit dem Tiefgang noch mit den Lagerflächen gäbe.
Geplant sei, die Fahrrinne auf maximal 16 Meter Tiefe auszubaggern, damit Schiffe mit bis zu 11800 Containern in Wilhelmshaven festmachen können. Dabei ist Wilhelmshaven mit dem geplanten 2300 Meter langen Containerterminal nicht als Konkurrenzhafen für Rotterdam, sondern als Ergänzung auch für Hamburg und Bremerhaven gedacht. Nach Studien des Landkreises würden bis zu 5800 neue Arbeitsplätze entstehen, da man davon ausgeht, dass zu jedem Beschäftigten im Hafen theoretisch 3,2 Beschäftigte im Umfeld kommen. Die Sicherheit auf See will man durch zwei Hochleistungsschlepper vor Helgoland beziehungsweise vor Norderney gewährleisten. Außerdem bleiben zwei bundeseigene Schlepper im Küstenraum ständig im Einsatz. Die Feuerwehr in Wilhelmshaven bekommt zwölf zusätzliche Stellen für den Brandschutz auf See. Erstmalig unterstellt sich darüber hinaus ein Havarie-Kommando einer maritimen Einsatzleitung, nachdem aus dem Pallas-Unglück gelernt hat. 2003 soll der erste Baustich erfolgen und ab 2007 werden die ersten Groß-Container-Schiffe in Wilhelmshaven erwartet. Donnerstag, den 30.8. wird Ministerpräsident Siegmar Gabriel in Wilhelmshaven die Projektentwicklungsgesellschaft offiziell vorstellen.
Verwunderlich für die Zuhörer war, dass Adam, der sich als Wilhelmshavener Ratsherr nach eigenen Worten stark machen will für eine schwache Region, noch nicht die massiven Bedenken der Wangerooger realisiert hatte, zumal diese auch in der Machbarkeitsstudie als unwesentlich abgetan werden. Adam sagte daher zu, bei der Schifffahrtsdirektion ein Ausweichen auf das Bremer Fahrwasser zu prüfen, so dass die Containerschiffe in einem großen Bogen um Wangerooge herumfahren würden. Außerdem soll die Sandentnahme in Verbindung mit den Sandverlusten an Wangerooges Nordseite nach einer mit Nachdruck geforderten Studie vertiefend erörtert werden. Einerseits verschwindet der aus Norden ankommende Sand bereits heute in der Fahrrinne und andererseits ist bei einer Sandentnahme von 65 Millionen Kubikmeter Sand und der sich anschließenden ständigen Ausbaggerung die Sorge der Insulaner um ihren Strand sicher sehr berechtigt. Bei allem Wohlwollen gegenüber dem geplanten Jade-Weser-Port waren bei den Zuhörern darüber hinaus die Schwachstellen bei den Umladestellen nicht zu übersehen, ganz zu schweigen von dem fehlenden Binnenwasseranschluss zur Versorgung der potentiellen Abnehmer im Berliner Raum. Schließlich tauchte die Frage auf, ob sich die Investitionen von 1,5 Milliarden DM bei zunehmender Automatisierung überhaupt rechneten. Bürgermeister Holger Kohls könnte sich daher auch einen Offshore-Umlade-Terminal vorstellen, denn:"Warum soll irgendetwas ins Land gefahren werden, das dann wieder herausgefahren wird?"

- Kohls will sich am Dienstag, den 4.9. ab 20 Uhr in der Kurhausgastronomie den Bürgern zu diesen und anderen aktuellen Fragen zur Verfügung stellen.

 

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