Ortsvereinsversammlung der SPD auf Wangerooge -
Bürgermeister Holger Kohls kandidiert erneut
- SPD-Vorsitzende Rosemarie Gause konnte am Freitagabend 25 der 43
Mitglieder
begrüßen, darunter zwei der drei neuen. Sie verschob ihren
Jahresbericht auf
die am 6.6. Jahreshauptversammlung und überließ dem Fraktionsvorsitzenden
Uwe
Osterloh das Wort. "Vier Mitglieder wollen wir im September im
Rat haben",
fing er an und berichtete, dass die SPD-Fraktion die Dorferneuerung
vorangebracht habe hinsichtlich der Richthofenstraße und des
Flughafenvorplatzes und in der Kurverwaltung ein Jugendraum gefunden
sei, in
dem eine Ganztagskraft für Jugendbetreuung in der Gemeindejugendarbeit
ihren
Dienst aufnehmen solle. Als aktuelle Themen nannte er den Bebauungsplan
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(Veräußerung der DB-Immobilie), das Tenniscafé und
den Mietwohnungsbestand
der Gemeinde. Frank Timmermann berichtete als Kreistagsabgeordneter
und
Vorsitzender des Schulausschusses auf Kreisebene über investive
Maßnahmen im
Zusammenhang mit der Sanierung von Schulen. 20 Millionen DM werden
in den
nächsten Jahren hier investiert, damit ein notwendiger Standard
erreicht ist.
Auch die Inselschule konnte profitieren. So wurden im letzten Jahr
32000 DM
für die allgemeine Bauunterhaltung ausgegeben, 72000 DM für
die Beseitigung
der Mängel und 35000 DM für den neu eingerichteten Werkraum,
für den in
diesem Jahr noch einmal 34000 DM bewilligt worden sind. Ob die Inselschule
auch über das n-21-Projekt, für das das Land und der Landkreis
insgesamt
165000 DM für die Bereitstellung von Rechnern zur Verfügung
stellen, Gelder
bekommt bleibt abzuwarten. Stichtag für die Einreichung von Projekten
war der
1. März 2001. Als Kandidatin und Kandidaten für die Gemeinderatswahl
im
September wurden alle neun in einer Liste aufgestellten Mitglieder
mit der
Mehrheit der Stimmen gewählt.
Landtagsabgeordnete und Landrätin Karin Evers-Meyer ermutigte
in den
Auszählungspausen die Kandidatin und Kandidaten ob mit oder ohne
Ratserfahrung den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen. Gleichzeitig
lobte
sie die "hervorragende Zusammenarbei5t mit Bürgermeister
Holger Kohls." Am
Beispiel des Nationalparkgesetzes zeige er, dass er "ein besonnener
Bürgermeister ist, der im Interesse der Insel handelt und andererseits
kompromissbereit ist." Der Unterbezirksvorsitzende Günther
Heußen hat "noch
nie erlebt, dass auf einer Ortsvereinsversammlung deutlich über
50% der
Mitglieder anwesend sind." Er wies darauf hin, dass der Kreis
der
Ems-Dollart-Region beigetreten sei, weil "in Zukunft die Förderung
durch
EU-Mittel nur noch über große grenzüberschreitende
Kooperationen möglich
ist." Außerdem hätten sich die Unterbezirke zu einer
Ost-Friesland-SPD
zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Interessen für die Küstenregion
vertreten zu können zum Beispiel hinsichtlich der Eisenbahnverbindungen.
Bei
der Wahl des Kandidaten für den Kreistag wurden 17 der 25 Stimmen
füe Uwe
Osterloh abgegeben. Frank Timmermann erhielt nur 7 Stimmen; offensichtlich
hat man ihm die Aufgabe seines Ratsmandats aus beruflichen Gründen
vor ca.
einem drei Viertel Jahr noch nicht verziehen. Der selbst ernannte
Wilhelm
Mende erhielt eine Stimme. Bevor der parteilose 53jährige Bürgermeister
Holger Kohls als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters
mit 23 von 25
Stimmen gewählt wurde, rief er die Schwerpunkte seiner bisherigen
Arbeit in
Erinnerung: Durch neue Verkaufsbedingungen beim Bebauungsplan Dorfdeich
Süd
fließen 100 DM pro m² in die Gemeindekasse; durch die gute
Auslastung des
Mütter-Kind-Heimes Villa Kunterbunt (94% im letzten Jahr) gibt
es
Zufriedenheit bei der Kurverwaltung; durch die Abschaffung der
Tageskurbeitragskasse am alten Leuchtturm werden Warteschlangen vermieden;
durch die Einführung der Inselcard werden über 30% mehr
Kurbeiträge
eingenommen; durch die sachlichen Gespräche zum Nationalparkgesetz
sollen
verbindliche Aussagen der Landtagsregierung erreicht werden; durch
die
Einleitung der Dorferneuerung im Jahr 1998 gibt es jetzt und zukünftig
einige
Verschönerungen des Ortsbildes, zum Beispiel Dorfplatz, alter
Leuchtturm,
Richthofenstraße und Flughafenvorplatz. Als Themen der Zukunft
sieht Kohls
den Sanierungsbedarf am Kanalsystem über 4 Millionen DM und der
Straßenbelege
über 2,5 Millionen DM, hier vor allem die Peterstraße einschließlich
der
Bürgersteige; die Diskussion über die Errichtung von 76
Offshore-Windanlagen
12-13 Kilometer vor der Insel; den Bau des Jade-Weser-Ports (das Wochenblatt
berichtete); die Bauleitplanungen hinsichtlich der Rösingstraße,
Siedlerstraße, Zedeliusstraße und des Kurhauses in Richtung
Freizeitbad und
dahinter liegender Flächen; die Anteilsverhältnisse am Flugplatz
Wangerooge.
Für einen Beitritt zur Ems-Dollart_Region sieht Kohls keine Veranlassung,
da
Wangerooge bereits zusammen mit 20 weiteren bewohnten niederländischen,
deutschen und dänischen Inseln der "Euregio de Watten"
beigetreten ist. Nicht
ohne Stokz verkündete Kohls, dass Wangerooge seit 1996 keine
neuen Darlehen
mehr aufgenommen habe und dass der Schuldenberg von 2,65 Millionen
DM auf 1,4
Millionen DM während seiner Amtszeit durch stetige Entschuldung
zusammengeschrumpft sei. Den verärgerten Bürgern versprach
er, in der
Verwaltung eine Bürgerstelle einzurichten, "in der immer
jemand präsent
ist.Insgesamt habe ich kein Interesse daran alles umzukrempeln. Ich
will
Wangerooge für den Gast interessant und für den Einheimischen
liebenswert
machen.". Rolf Wilhelmi wurde von Karin Evers-Meyer mit einer
Anstecknadel
für 25jährige Parteizugehörigkeit geehrt.
Foto: Von links: Günther Heußen, Karin Evers-Meyer, Rolf
Wilhelmi, Rosemarie
Gause.
Zum Schluss berichtete Regine Leicht von den jüngsten Aktivitäten
des
Bürgervereins hinsichtlich der Agenda 21. Sie hofft hierbei auf
Unterstützung
der SPD.