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"Mini-Könige" sammelten für Südafrika
Wangerooger Grundschulkinder und Eltern unterwegs

"Wer braucht noch ein schwarzes Gesicht?" ruft Pfarrer Kurt Weigel und schon sitzt die kleine Hanna vor ihm, um tapfer den mit Schminke getränkten Schwamm zu ertragen, der ihr die entsprechende Farbe ins Gesicht zaubert. Denn Hanna verwandelt sich an diesem Tag in einen König - genauer gesagt ist sie König Melchior, der zusammen mit seinen beiden königlichen Kollegen Balthasar und Caspar ein Symbol für Großzügigkeit und Solidarität ist. Insgesamt 45 Grundschulkindern nahmen am vergangenen Samstag am diesjährigen Sternsingen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde auf Wangerooge teil. "Heute ist der große Tag, an dem ihr Gottes Segen zu den Menschen bringt und die Geschenke, die ihr bekommt, die geben wir gleich weiter an die Kinder in Südafrika", strahlt Pastor Günter Raschen, der die "Mini-Könige" mit einer stimmungsvollen Aussendungsfeier auf den Weg schickte.
Seit Schulbeginn am 2. Januar haben sich die Grundschüler innerhalb einer Projektwoche mit dem Thema Südafrika beschäftigt. "Mit der Sammelaktion wollen sich die Kinder bedanken, dass sie die faszinierende Kultur Südafrikas kennen lernen durften," erläutert Tina von Pentz. Zusammen mit Helmut Renken, dem Leiter der Grundschule, hat sie die inhaltliche Vorbereitung der Projektwoche geleistet, die dann von dem Kollegium und den Eltern engagiert umgesetzt wurde. "Kinderherzen wollen etwas Gutes tun und das sollten wir Erwachsene unterstützen", meint die Religionslehrerin. Tatsächlich sei es auch den Grundschuleltern und -großeltern zu verdanken, dass eine so umfangreiche Aktion jedes Jahr zustande kommen könne. "Die Kinder knüpfen Kontakte besonders zu den alten Menschen auf unserer Insel, die sich jedes Mal auf die Sternsinger freuen," so Tina von Pentz weiter. Denn neben den Geldspenden fällt für die meisten "Mini-Könige" auch die eine oder andere süße Belohnung ab. "Oftmals geben die Reichen weniger als die Leute, die nicht so viel Geld haben", erläutert Antje ernsthaft und zupft den selbstgenähten Umhang zurecht. Auch Rika und Marlin treffen die letzten Vorbereitungen indem sie die prächtigen Pappkronen noch einmal kontrollieren. "Wir sammeln in diesem Jahr für arme Kinder in Südafrika," murmelt der kleine Christian vor sich hin, denn das diesjährige Motto soll natürlich jedem professionellem Sternsänger fehlerfrei über die Lippen kommen.
Insgesamt zwei Stunden lang werden die 45 "Türöffner" auf Wangerooge unterwegs sein und mit Gesang und dem Segensgruß "Christus Manisonem Benedictat" (Christus segne dieses Haus) um Spenden zu bitten. "Bitte fragt die Menschen, ob ihr die Kreidezeichen an der Hauswand anmalen sollt", bittet Pfarrer Kurt Weigel seine motivierten Helfer, damit das alttestamentarische Graffiti "20+C+M+B+01" keine Unstimmigkeiten hervorruft.
Zum Abschluss der generalstabsmäßig geplanten Aktion "Sternsingen 2001" treffen sich die kleinen Königstrios und ihre großen Begleiter zum Hochamt in der katholischen Kirche. "Ich danke euch allen für eure tolle Hilfe", bedankt sich Pfarrer Kurt Weigel noch einmal. Die von Christiane Heinrich und den Grundschülern selbst gemalten Afrika-Postkarten mit dem Regenbogenmotiv finden reißenden Absatz - und Hanna, Antje, Rika, Marlin, Michael und alle anderen "Mini-Könige" tragen stolz die mit Süßigkeiten prall gefüllten Tüten nach Hause. Insgesamt waren rund 4400.- DM in die Südafrika-Kollekte der Sternsänger geflossen.

 

 

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