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Feuerwehr Wangerooge plagen Nachwuchssorgen

Gemeindebrandmeister Wiebach plant Jugendfeuerwehr und bittet um Unterstützung

Die Feuerwehr auf Wangerooge plagen arge Nachwuchssorgen: "Wenn es so weiter geht, heißt es bald: ‚Ich habe die Feuerwehr gerufen und keiner ist gekommen'!" Hinter diesem lockeren Spruch von Gemeindebrandmeister Jürgen Wiebach verbirgt sich ein Problem, das auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge am vergangenen Samstag besprochen wurde.
Wie immer waren die 22 aktiven Feuerwehrmänner und die aktive Sabrina Illig in der dunkelblauen Ausgehuniform erschienen, was der traditionellen Jahreshauptversammlung einen eindrucksvollen Rahmen gab. "Die Feuerwehr hat auf Wangerooge eine wichtige Sicherheitsfunktion, sie ist aber auch an vielfältigen sozialen Aktionen beteiligt", betonte Jürgen Wiebach die anwesenden Aktiven, Alterskameraden und die Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Zu Beginn seines detaillierten Jahresbereicht bat der Gemeindebrandmeister um eine Schweigeminute zu Gedenken von Hauptlöschmeister Erich Wilhelmi, der im Dezember letzten Jahres im Alter von 72 Jahren verstorben war: "Er blieb auch im Ruhestand der Feuerwehr treu und kam noch regelmäßig zu uns", erinnerte Wiebach.
Anschließend gab es einen Überblick über die letztjährigen Brandeinsätze, die mit 67 Einsatzstunden zu Buche schlugen. "Glücklicherweise handelte es sich dabei meistens um Fehlalarmmeldungen, denn größere Brände waren nicht zu verzeichnen", sagte Wiebach. Nur ein durch die Feuerwehr geschätzter Schaden um 2000.- DM sei durch die kleinen Brände entstanden: "Die durch die Feuerwehr erhaltenen Werte dürften sich auf rund 1.8 Millionen Mark belaufen", so Wiebach weiter. Trotz der wenigen Schadensfeuer dürfe jedoch die Ausrüstung und Ausbildung der Feuerwehr nicht vernachlässigt werden: "Wir müssen grundsätzlich auf alles vorbereitet sein", meinte der engagierte Gemeindebrandmeister.
Dies zeigten vor allem die umfangreichen Hilfsleistungen, die von der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge im vergangenen Jahr durchgeführt worden. Absoluter Spitzenreiter waren auch in diesem Jahr die kleinen "Heuler", die am Strand von Wangerooger angespült wurden: Insgesamt neuen Seehunde wurden von den blauuniformierten Retter aufgesammelt und für den Weitertransport am Flugplatz vorbereitet. Neben einem geretteten Schweinswal am Nebelhorn musste im Februar auch eine Wasserleiche geborgen werden: "Das ist nicht angenehm für unsere Männer, aber wir haben erfahrene Leute, die mit dieser belastenden Situation umgehen können", erläuterte Wiebach pietätsvoll.
Mit insgesamt rund 116 Einsatzstunden blickten die Kameraden auf ein abwechslungsreiches Jahr zurück: "Die Hälfte aller Hilfeleistungen fanden am Strand statt, so dass unser stark beanspruchtes Geländefahrzeug dringend durch ein neues ersetzt werden muss", so Wiebach weiter. Durch die 60 Übungsdienste und 16 technischen Diensten ergibt sich die "stolze Zahl" von 2181 Stunden: "Wir sind eine kleine, aber aktive Truppe", erklärte Wiebach, der dann jedoch wieder auf das größte Problem zurück kam: In den nächsten Jahren wird sich die Wehr aus Altersgründen weiter verkleinern, so dass die Mindestzahl für den Stützpunkt nicht mehr erreicht wird. "Alle Wangerooger Bürger unter 40 Jahren sollten sich Gedanken über eine aktive Mitgliedschaft machen, denn die Rahmenbedingungen sind von der Gemeinde stark verbessert worden", plädierte Wiebach. Als Anreiz sei noch festzuhalten, dass sowohl die erforderliche Ausbildung als auch die Lehrgänge von der Gemeinde bezahlt würden: "Der Arbeitsausfall bei Einsätzen wird von der Gemeinde aufgefangen, so dass keiner finanzielle Nachteile fürchten muss," sagte der Gemeindebrandmeister weiter.
Um schon früh die Begeisterung für die abwechslungsreiche Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr zu wecken, plant Jürgen Wiebach jetzt die Gründung einer Jugendfeuerwehr auf Wangerooge: "Jeder Jugendliche ab zehn Jahren kann aktives Mitglied werden und wird mit sechszehn Jahren dann bei uns aufgenommen", so Wiebach, der in dieser Hinsicht auch Unterstützung vom Abteilungsleiter des Landkreises Friesland, Sven Ambrosy, bekam: "Ein lebendiges Gemeindewesen braucht eine lebendige Feuerwehr, die vielfältige Tätigkeiten für Jugendliche und Erwachsene bietet." Dem konnte Bürgermeister Helmut Kohls nur beipflichten: "Wir werden euch unterstützen", versprach er den Kameraden. Denn die "alte Garde" der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge hat ihren jahrzehntelangen, ehrenamtlichen Dienst mit Bravour absolviert: Wilko Siemens wurde zum Feuerwehrmann ernannt. Hannes Dickebohm und Detlef Siemens wurden zum Oberfeuerwehrmann befördert und Herbert Ommen darf sich ab jetzt 1. Hauptfeuerwehrmann nennen. Bei den Auszeichnungen für geleistete Dienste lag Joachim Albrecht an der Spitze (60 von 60 möglichen Einsätzen) und wurde mit einem Zinnteller ausgezeichnet. Torsten Stumpf, Winfried Vogel und Georg Vogel erhielten einen Zinnbecher. Burkhard Büchen wurde als bisheriger Gerätewart und Jan-Hinrich Barre wurde als bisheriger Sicherheitsbeauftragter verabschiedet. Feuerwehrkamerad Barre wurde außerdem mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen für 40-jährigen Dienst von Sven Ambrosy ausgezeichnet. In der Altersabteilung erhielten Horst Filsinger und Bentert Gebhards als Dank und Anerkennung für ihre aktiven Dienste einen großen Teller mit Namensgravur. Eine silberne Ehrennadel des OFV erhielten außerdem noch Horst Filsinger und Engel Kruse.
Dem Kassenbericht wurde einstimmig Entlastung erteilt. Als neuer Gerätewart tritt Hannes Dickebohm an. Joachim Albrecht setzte sich gegen zwei Mitkandidaten durch und wurde als neuer Sicherheitsbeauftragter gewählt. Ins Kommando wurden Torsten Stumpf, Hannes Dickebohm und Rainer Janssen gewählt.

 

 

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