Unzufriedenheit der Kurverwaltung weicht verhaltenem
Optimismus für 2001
-ren - Wangerooge.
Die Bilanz des Wirtschaftsplans der Kurverwaltung für das Jahr 2000
"ist unbefriedigend". Dies sagte der Wangerooger Kurdirektor Wilhelm
Janssen, der den Fehlbetrag von 1,6 Millionen DM bei der letzten Werksausschusssitzung
so begründete: Durch die verspätete Einführung der Wangerooge-card
seien die erwarteten 700000 DM Kurbeiträge nicht geflossen. Außerdem
fehlten, bedingt durch den schlechten Sommer, bis Ende Oktober 3,8%
Kurbeiträge (= ca. 90000 DM).Die Sandfahrmaßnahmen zur Wiederauffüllung
des Bade-und Burgenstrandes haben 675000 DM geschluckt und schließlich
hat sich die Ertragslage des Kurmittelhauses bedingt durch die zweite
Stufe der Gesundheitsreform verschlechtert: Hier fehlen 140000 DM.
Insgesamt könne man aber noch zufrieden sein, so Bürgermeister Holger
Kohls, denn einerseits "sind die Bilanzen der anderen Inseln ähnlich"
und andererseits gab es "größere Einbrüche hauptsächlich in Schleswig-Holstein.
In der Ausschusssitzung für Finanzen und Verkehr der Gemeinde Wangerooge
wurde am 7.12. in der Hauptsache über die Gebühren der Abwasserbeseitigung
und der Straßenreinigung sowie über den Kurbeitrag und den Haushalt
für 2001 beraten. Nach kurzer Diskussion wurde von den vier anwesenden
Mitgliedern einstimmig beschlossen die Kosten für die Abwasserbeseitigung
von derzeit 5,05 DM auf 5,57 DM bei einem kalkulierten Verbrauch von
225000qm Wasser heraufzusetzen. Nur so könnten die anfallenden Kosten
für Kanalgebühren und Investitionen, die der Verbraucher zu tragen
hat, aufgefangen werden. Für einen Drei-Personen-Haushalt bedeutet
diese Erhöhung ungefähr 100 DM Mehrkosten im Jahr bzw. 8,50 DM im
Monat. Erfreulicher stellte sich die Kalkulation bei den Straßenreinigungskosten
dar: Für 2001 gibt es keine Erhöhung, es bleibt also bei 6,96 DM pro
Kehrmeter. Für 2002 und 2003 wurden sogar niedrigere Kosten von Bürgermeister
Holger Kohls in Aussicht gestellt.
Nachdem Uwe Osterlohs Antrag den Tageskurbeitrag für Erwachsene von
derzeit 2,00 DM auf 2,50 DM aufzustocken wegen zu geringer Ertragsmenge
abgelehnt wurde, folgten die anderen Ausschussmitglieder Kohls Vorschlag
auf Beibehaltung des Kurbeitrags. Die neue Kurbeitragssatzung, in
die die drei Änderungen seit 1995 eingearbeitet wurden, konnte somit
bei einer Enthaltung angenommen werden. Außerdem soll die Resonanz
auf die Einführung der Wangerooge-Card abgewartet werden. Auch über
die Veränderung der Saisonzeiten zwecks Angleichung an andere ostfriesische
Inseln oder über eine Befreiung von der Kurtaxe bis zum 12. Lebensjahr
(wie auf Norderney) wollten die Anwesenden noch nicht beraten. Die
Satzung zur Erhebung der Zweitwohnungssteuer, die vom Rat am 21.12.
endgültig entschieden werden soll, wurde vom Ausschuss einstimmig
angenommen. Sie sieht seit neuester Rechtssprechung vor, den Steuersatz
bei Weitervermietung durch eine Vermietungsagentur oder durch einen
Hotelbetrieb zu staffeln. Dadurch entstehen der Gemeinde Wangerooge
geschätzt 110000 DM Mindereinnahmen für 2001.
Der Vorentwurf zum Haushalt 2001 wurde ebenfalls einstimmig angenommen.
Er "lässt zwar keine großen Sprünge zu", so Kohls, doch die positive
Entwicklung der Pro-Kopf- Verschuldung von knapp 2000 DM 1998 auf
jetzt ca. 700 DM "erhöht den Handlungsspielraum enorm" (Osterloh).