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Niedersächsische Ministerin lehnt Unterstützung ab
Insulaner mit der Arbeitsproblematik für Saissonkräfte allein gelassen

In Ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der CDU Landtagsabgeordneten Inse-Marie Ortgies gibt die niedersächsische Ministerin für Soziales, Arbeit und Frauen, Heidrun Merk den Schwarzen Peter der saisonalen Arbeitsmarktsituation an die Insel-Unternehmer weiter. Vorausschauende Personalplanung mit ausreichenden Sicherheitsreserven mit verstärkten Ausbildungsanstrengungen der Betriebe, sowie die Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen für Unterkunft und Arbeitsentgelt, so die Ministerin würden das Problem der Arbeitskraftbeschaffung schon lösen. Daß es Arbeitnehmer gibt, die ihr Arbeitsverhältnis unangekündigt nicht antreten würden, gehöre zum unternehmerischen Risiko, so die Ministerin weiter. Überdies halte sie eine Änderung der bestehenden Vorschriften der Anwerbestoppausnahme-verordnung zur Saisonbeschäftigung nicht für erforderlich. Das Landesarbeitsamt Bremen, sowie der Direktor des Arbeitsamtes Wilhelmshaven seien ebenfalls dieser Meinung.

"Wir hatten schon befürchtet, dass die Antwort der Ministerin von Sachkenntnis getrübt sei!", brachte ein Wangerooger Gastwirt die Situation auf den Punkt. Von 50 Bewerbern, die ihm das Arbeitsamt Wilhelmshaven vermittelt hatte, meldete sich ein einziger und der kam weder zum Vorstellungsgespräch noch zum Arbeitsantritt, obwohl der Unternehmer frisch renovierte Einzelzimmer mit Dusche und WC zur Miete in Höhe des gesetzlichen Sachbezugs, sowie übertarifliche Bezahlung anbietet. Vermittlungsunterlagen, die vom Arbeitsamt Wilhelmshaven kämen könne man getrost ungelesen entsorgen, die darin angebotenen Bewerber würden sich eh nicht melden, beschreibt ein Vermieter die unbefriedigende Situation.

Geht es um die Erhebung von Steuern und Abgaben, entwickeln Bund, Land und Kommunen gerne ein Übermaß an Fantasie und Energie, geht es aber darum wirtschaftlich sinnvolle Rahmenbedingungen für die Erwirtschaftung dieser Abgaben zu schaffen, verweisen die zuständigen Vertreter sehr schnell auf das unternehmerische Risiko und lassen die Klein- und mittelständischen-Unternehmen inzwischen nur allzu gern im Regen stehen. Setzt nicht in naher Zukunft sachkundiges Umdenken bei den Verantwortlichen ein, wird auch denen der Satz von Oskar Lafontain wohl bald verständlich werden: "Autos kaufen keine Autos".

von Heino Plagenz


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