Bauausschuss
Das ist selten: An die 40 Zuhörer drängten in die Sitzung
des
Wangerooger Bauausschusses. Tische wurden aus dem Raum geschafft
um
Platz zu schaffen, besetzte Fensterbänke und Tische machten
den Eindruck
eines überfüllten Hörsaales. Grund des Andranges
war Punkt 04 der
Tagesordnung: "Bebauungsplan Nr. 20 `Gewebegebiet an der
Müllpressstation´, Ergebnis der Bürgerversammlung".
Die Beratung dieses
Punktes beschäftigte den Ausschuss dann keine drei Minuten.
Bürgermeister Holger Kohls trug die 10 Punkte vor, in die er
die
Beschwerden der Bürger zusammengefasst hatte; der Ausschussvorsitzende
Dieter Gebhards (BfW) teilte mit, "das werden wir bei den Beratungen
berücksichtigen.", und das war es.
Trotzdem wurden die Zuhörer nicht enttäuscht, da Gebhards
in der
Bürgerfragestunde breiten Raum gab, für Fragen und Einwände
der
Zuschauer. Eine der Fragen war wiederum die nach der Befangenheit
des
Ausschussvorsitzenden, der an der Nutzung des Gewerbegebietes
interessiert sein soll. Kohls stellte klar, dass rein rechtlich
keine
Befangenheit vorliege, denn der Rat beschäftige sich mit der
Grundsatzplanung und nicht mit der Vergabe von Grundstücken.
Er könne
jedoch nicht beantworten oder entscheiden, ob ein Befangenheitsgefühl
vorliege. Die Antwort eines der wenigen Befürworter des Gewerbegebietes:
"Ich verstehe, es gibt die Seite des Gesetzes und die Seite
der Ehre.",
machte die Stimmung deutlich, in der diskutiert wurde. So war das
Publikum auch nicht mit der Antwort zufrieden, die es auf die Forderung
erhielt, vor der Planung erst nachzuprüfen, ob und nachzuweisen,
dass
überhaupt Bedarf bestehe. Die Frage wurde von Jürgen Wiebach
(CDU) mit
dem Hinweis beantwortet, dass man Optionen für die Zukunft
schaffen
müsse, wolle Wangerooge für jung Unternehmer interessant
bleiben. Also
müsse man vorausschauend planen.
von Walter Dressel