Kinderzirkus
Ehe wir mit unserem "Zirkus Willibald" im nächsten
Jahr auf eine
grosse Insel nach England fahren, wollten wir erst mal auf einer
kleinen Insel üben, wie das geht.", sagt der Lehrer Wilhelm
Kelber-Bretz, der jetzt mit dem Kinderzirkus der Wilhelmsburger
Gesamtschule zu einem Gastspiel nach Wangerooge kam. Und so kommen
die Kinder auf der Insel in den Genuss einer Zirkusaufführung.
Den Sinn des Zirkusses sieht man an der Schule in Hamburg
-Wilhelmsburg aber gar nicht hauptsächlich in den "Gastspielen"
in
der Stadt und - einmal im Jahr - auch auf einer Reise. Der Zirkus
ist Teil eines Konzeptes, mit dem eine pädagogische Herkulesaufgabe
bewältigt werden soll. 900 Schüler aus 26 Ländern
besuchen die
Schule. Und diese Kinder sollen nicht innerhalb der Schule in
Kleinghettos leben, die sich durch ihre unterschiedlichen Sprachen,
Religionen und Sitten gegeneinander abgrenzen und dann auch noch
Gruppenrivalitäten gegeneinander austragen. Gegen diese Gefahr
will
man an der Schule mit Projekten angehen, in denen die Schüler
an
einer Aufgabe - einem Segeltörn, einer Kanuwanderung oder an
einem
Zirkus - zusammenarbeiten und über den damit verbundenen Aufgaben
zu
Arbeits- statt Herkunftsgruppen zusammenwachsen.
Wenn man die Zirkusvorstellung der Gruppe im Wangerooger Steingarten
ansieht, glaubt man Kelber-Bretz, dass gemeinsames Üben, gemeinsames
Arbeiten und gemeinsames Lampenfieber zu einem Gemeinschaftsgefühl
führt, das sich auf das Leben in der Schule positiv auswirkt.