Frühjahrsdeichschau
Die Deiche, die das Dorf und den Ostgroden der Insel Wangerooge
schützen, seien schaufrei und einschliesslich der Nebenanlagen
wie
Pumpen und Deichscharts in ausgezeichnetem Zustand. Das stellte
Hans
Schmidt, der Vertreter der Bezirksregierung Weser-Ems, nach der
Frühjahrsdeichschau fest. Mit Frank Thorenz, dem Leiter des
NLWK
(Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft
und
Küstenschutz) Norden stimmt Schmidt darin überein, dass
der
Lahnungsbau vor der Insel bereits jetzt das Deichvorland deutlich
stabilisiert habe. Deshalb werde das NLWK den Bau der
Schüttsteinlahnung auch weiter vorantreiben. Es sei geplant,
in
diesem Jahr nach Ende der Brutzeit die Lahnung um etwa 400 m nach
Westen zu verlängern. Auch für diesen Bauabschnitt werde
das
Material, wie schon im letzten Jahr, über das Watt herangeschafft.
Auch der Westgrodendeich ist nach Ansicht von Thorenz und Schmidt
sicher, obwohl hier an einigen Stellen Schäden am Deichfuss
zu
beheben seien. Auch der Priel vor dem Deich im Westen verbreitere
sich und es müsse weiter beobachtet werden, ob er sich dem
Deich
nähere. In diesem Fall sei auch hier Abhilfe nötig.
Ernsthafte Schäden, die noch in diesem Sommer zu beheben seien,
haben die Sturmfluten des letzten Winters an den Dünen des
Harle
Hörn angerichtet. Hier haben Sandverluste bis zu 10 m Tiefe
nur
eine schmale Restdüne stehen lassen, die einer nächsten
Sturmflut
nicht standhalten würde. Deshalb, so Thorenz, werde das NLWK
noch in
diesem Sommer 35.000 Kubikmeter Sand auffahren um damit auf einer
Länge von 300 Metern den alten Zustand - eine etwa 6 m hohe
und 10 m
breite Düne - wieder herstellen. Man schaffe damit einen
"Verschleisskörper", der die Kräfte einer Flut
besser aufnehme als
eine feste Verbauung. Denn wie beim Lahnungsbau versuche man auch
hier, die Kräfte der Natur für den Inselschutz zu nutzen,
statt
gegen sie anzuarbeiten.