Ratssitzung
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Auf der letzten Sitzung des Wangerooger Gemeinderates teilte Bürgermeister
Holger Kohls dem Rat und den Zuhörern mit, dass die EWE (Energieversorgung
Weser-Ems) das Stromnetz zwischen dem Dorf und dem Westen der Insel
erneuern werde. Um die Belästigung während der Saison gering zu halten,
sei die EWE bereit, die Arbeiten in zwei Etappen durchzuführen. Zunächst
würden bis Ende April die Kabel zwischen Saline und dem Westen verlegt,
dann, nach Ende der Saison, die zwischen Saline und Dorf.
Bei
dringend erforderlichen Reparaturen an der verlängerten Richthofenstrasse
hingegen seien Arbeiten während der Saison nicht zu vermeiden, da
erhoffte Fördermittel bis zum Herbst abgerechnet werden müssten.
Die Arbeiten am Abwasserkanal in der Zedelius/Friedrich-Auguststrasse
können bereits in der ersten Aprilwoche abgeschlossen werden. Die
Kosten für diese Massnahme würden um etwa 30.000.- DM unter den veranschlagten
400.000.- DM liegen.
Sorgen bereiten dem Rat und der Verwaltung die Planungen im Umfeld
der Insel. So wird befürchtet, dass die Realisierung des Jade-Weser-Ports
nicht ohne Folgen für die Insel bleiben werde. In einem Schreiben
an den Lankreis Friesland teilt Kohls seine Bedenken gegen weitere
Vertiefungen der Fahrrinne vor Wangerrooge mit und weist auf die Risiken
hin, die von noch mehr und noch grösseren Schiffen im engen Fahrwasser
ausgehen. Der Rat stimmt der Forderung zu, dass die vorgetragenen
Bedenken zu prüfen, die Gemeinde vollständig über die Machbarkeitsstudie
zu informieren und an den bevorstehenden Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren
zu beteiligen sei. Ausserem solle geprüft werden, ob das Fahrwasser
nicht so verlegt werden könne, dass Grossschiffe über das Weserfahrwasser
und die Mittelrinne nach Wilhelmshaven einlaufen können.
Beunruhigend findet man auch die Pläne für Offshore-Windenergieanlagen,
insbesondere da das Land Niedersachsen erwäge, solche Anlagen auch
innerhalb der 12-sm-Zone und sogar im Wattenmeer zwischen den Inseln
und dem Festland zu errichten. Der Bürgermeister schlägt dem Rat vor,
sich grundsätzlich gegen diese Pläne des Landes auszusprechen. Der
Rat wird über dieses Thema eingehend beraten, sobald weitere Informationen
vorliegen.
von Walter Dressel