Inselbahn
Die Wangerooger lieben ihre Inselbahn und die Schiffslinie nach Harle.
Deswegen feiern sie mit ihr hundertsten Geburtstag und sagen schon
mal "unsere Bahn". Fangen sie dagegen einen Satz an mit: "Die Bahn
hat ...", folgt meist weniger Erfreuliches.
In letzter Zeit hört man vor allen von denen, die mit Bahn und Schiff
"an Land" fahren und dort mit dem Tidebus weiter wollen, immer wieder
die Klage, "da bauen sie für Millionen ein Riesenempfangsgebäude,
und dann kommt man in Harle an und muss in der Kälte und bei Regen
im Freien auf den Bus warten und kann nicht mal auf´s Klo." Denn das
Gebäude ist nur dann mit Personal besetzt und geöffnet, wenn Schiffe
von Harle nach Wangerooge abfahren. Kommen die Schiffe von der Insel
an, ist an den Schaltern nichts zu tun, und die Türen bleiben geschlossen.
"Das Problem ist erkannt und wir werden dem auch abhelfen", sagen
der Leiter des SIW (Schiffsdienst und Inselbahn Wangerooge) Teo Robbers
und der Vertriebsleiter Hartmut Hauffe übereinstimmend. Robbers sieht
sich hier wie bei vielen anderen Problemen, die von Fahrgästen an
ihn herangetreten werden, in der Pflicht, als "Dienstleister für den
Fahrgast" Abhilfe zu schaffen. Das Problem sei, dass bei Schiffsankünften
aus Wangerooge kein Schalterdienst erforderlich sei und die Arbeitszeiten
der Mitarbeiter bei dem Wirtschaftsunternehmen SIW scharf kalkuliert
werden müssten, sagt Robbers. Eine Lösung sieht Hauffe. Er werde einem
der Arbeiter, die bei der Ankunft des Schiffes zu Ladearbeiten eingesetzt
seien, einen Schlüssel für das Abfertigungsgebäude aushändigen und
veranlassen, dass er die Türen öffnet.
Auch hier also gilt das Motto "Problem erkannt - Problem gebannt."
Bleibt zu hoffen, dass die Wangerooger bald wieder von "ihrer Inselbahn"
sprechen. ntenzahn
von Walter Dressel