KÜSTENSERVER   -   Der Online-Anzeiger   -   Postfach 324   -  26477 WANGEROOGE
zurück
Leitseite
Wangerooge News
Prospektorder
vor


Bebauungsplan - Ponyreiten

"Die Grenze ist erreicht; die Schwierigkeiten wachsen , weil man uns nur Knüppel zwischen die Beine wirft.", sagt Irmelin Janssen vom Wangerooger Ponyhof. Auch für ihren Mann Rainer "ist das Mass jetzt voll". Was die Familie Janssen beklagt, sind zum einen Erschwernisse des Reitbetriebes. So würden die Reitwege nicht instand gehalten, der ausgewiesene Reitweg zum Osten sei durch das Aufstellen von Bänken verbaut worden und der Weg zum Westanleger durch Stacheldrahtzäune so eingeengt, dass er nicht mehr beritten werden könne. Ein Kutschwagen im Wert von 28.000 Mark müsse in Wind und Wetter verkommen, weil der Bau einer Remise abgelehnt worden sei, weil sie "den beabsichtigten künftigen Festsetzungen des Bebauungsplanes" entgegenstehe. Dieser Bebauungsplan sehe ausserdem eine Herabsetzung der Grundflächennutzung vor, so dass das Grundstück entwertet werde. Als der Bürgermeister dann auch noch mitteilte, dass der Verbindungsweg zwischen Rösingstrasse und Siedlerstrasse, der zum Teil auf dem Grundstück der Janssens liegt, ausgebaut werden solle, war "das Mass voll". Janssens sperrten den "Privatweg" und beschlossen, den Reitbetrieb aufzugeben. Ein Teil der Ponys wurde bereits verkauft und der Betrieb wird "in dieser Form nicht mehr weitergeführt."

Deren Bier könnte man sagen. Aber auf Wangerooge ist der Reitbetrieb ein wichtiger Faktor für den Fremdenverkehr und "eine Insel ohne Pferde einfach nicht vorstellbar."
Das sieht Bürgermeister Holger Kohls genauso. Auch er setze sich für den Reitbetrieb ein, was auch seine Forderungen an die Nationalparkverwaltung zum Erhalt der Reitwege beweisen. Was die Bebauungsplanung angeht, weist er alle Vorwürfe zurück. Auf Beschluss des Rates sei ein Planungsauftrag vergeben worden. Als Ergebnis lägen jetzt mehrere Vorschläge vor, über die der Rat diskutieren werde. Von einer Herabstufung der Bebauungswerte könne keine Rede sein, da für das Gebiet kein gültiger Bebauungsplan vorliege.
Der Weg, den Janssens gesperrt haben, sei seit 1969 in den Wegeplan der Gemeinde aufgenommen und damit als öffentlicher Weg gewidmet. Er habe Janssens aufgefordert, die Sperrung zu beseitigen. Dieser Aufforderung wollen die Janssens nun auch nachkommen.
Alles in allem wird es keine leichte Aufgabe für den Rat werden, den Bebauungsplan zu beschliessen. Viele Wünsche werden an ihn herangetragen und doch muss er einer Gesamtkonzeption gerecht werden, die nicht alle Wünsche erfüllen kann. Es wäre interessant, die Argumente zu hören, die zu einer Entscheidung führen. Dazu wäre es allerdings nötig, dass der Rat die Probleme öffentlich diskutiert und nicht, wie in letzter Zeit so oft, die Diskussion in nichtöffentlicher Sitzung führt und in öffentlicher nur das Ergebnis verkündet.

von Walter Dressel

zurück Leitseite Wangerooge News vom 26.11.99
Prospektorder vor


Page maintained by Heino Plagenz, kuestenserver@online.de
Copyright(c) Küstenserver GbR. - Postfach 324 - 26477 Insel Wangerooge
All rights reserved. Alle Rechte vorbehalten. Created: 25.10.97 Refreshed: 04.07.99