Ratssitzung 28. 10.
So ist es nun mal: Dem een sien Uhl ist dem andern sien Nachtigall.
Zuerst beschlossen die sechs anwesenden Mitglieder des elfköpfigen
Wangerooger Gemeinderates einstimmig die Nachtigall für die Anwohner
an der Südseite der Christian-Janssen-Strasse: Sie werden nicht zur
Zahlung für die Drainagearbeiten im Baugebiet am "Dorfdeich Süd" herangezogen.
Das wäre nach Ansicht des Ratsherrn Jürgen Wiebach (CDU) nicht zu
rechtfertigen, da diese Anlieger ohne die Neubauten gar keine Drainageprobleme
hätten und Uwe Osterloh (SPD) wies darauf hin, dass bei der Diskussion
in nichtöffentlicher Sitzung erhebliche Zweifel aufgekommen seien,
ob die Heranziehung rechtmässig sei. Die Uhl geht an die Käufer der
Grundstücke im Neubaugebiet, für die sich der Kaufpreis durch die
anteiligen Erschliessungskosten um 6,90 DM pro Quadratmeter erhöht.
So haben die künftigen Bauherren nunmehr einen Quadratmeterpreis von179,37
DM für den Kauf aufzubringen. Trotzdem sind die Grundstücke, die einen
Wert von 250,- DM pro Quadratmeter haben, für die Käufer ein Schnäppchen.
Allerdings sind sie nicht geeignet, eine schnelle Mark zu machen,
denn der Differenzbetrag zwischen Grundstückswert und gezahltem Preis
wird als zinsloses und tilgungsfreies Darlehen in das Grundbuch eingetragen.
Beim Weiterverkauf des Grundstückes wird das Darlehen fällig und ist
an die Gemeinde zurückzuzahlen. Die Nachträge zum Wirtschaftsplan
des Eigenbetriebes "Kurverwaltung" und zum Jahreshaushalt 1999, für
die keine Beschlussempfehlungen der Fachausschüsse vorlagen, wurden
auf Vorschlag von Bürgermeister Holger Kohls ohne weitere Aussprache
einstimmig angenommen. Ebenfalls einstimmig nahm der Rat den Rechnungsprüfungsbericht
für das Jahr 1998 entgegen und erteilte dem Bürgermeister Entlastung
für dieses Rechnungsjahr. Selbstverständlich beteiligte sich Kohls
an dieser Abstimmung nicht.
von Walter Dressel