Bürgerversammlung
"Die InselCard ist nur das Vehikel zur Finanzierung"
sagte Karl-Heinz Stumpf von der Firma Crups Consultants auf der Bürgerversammlung,
zu der der Inselbürgermeister Holger Kohls Wangerooger und Gäste der
Insel eingeladen hatte, um über die geplante Einführung einer "InselCard
als ServiceCard" zu informieren. Was da finanziert werden soll, ist
das Projekt "Wangerooge hellwach".
Das Konzept dafür haben Vertreter der Firma Krups Consultants zusammen
mit Vertretern der Insel im Card-Team entwickelt. Kohls sieht darin
den Weg zu einem zeitgemässen Tourismuskonzept und zu einem Marketing,
durch die Wangerooge in der Konkurrenz der Fremdenverkehrsgebiete
besser bestehen könne. Kernstück des gesamten Planes sind nach Meinung
von Stumpf die Vorschläge zum "Innenmarketing", die zu besserer Serviceleistung,
besseren Umgang mit den Gästen und zur Zusammenarbeit aller Anbieter
von Leistungen für den Gast führen sollen.
Das Geld zur Realisierung dieses und der vielen anderen Bausteine
des gesamten Programms soll mit Hilfe der InselCard eingenommen werden.
Nach Schätzungen der Beraterfirma gehen der Insel alljährlich Einnahmen
von mehr als einer Million DM verloren, weil nur 68% der Inselgäste
Kurtaxe bezahlen.
Mit Hilfe der InselCard, die schon mit der Fahrkarte zur Insel ausgegeben
und deren Chip beim Verlassen der Insel gelesen wird, kann jeder Gast
und seine Verweildauer auf der Insel erfasst und somit die Kurtaxe
von jedem eingezogen werden. Neben dieser Grundfunktion können nach
Wunsch der Gäste und Gastgeber mit der Card auch verschiedene Serviceleistungen
angeboten und abgerechnet werden. Dabei sollen, wenn Gast oder Gastgeber
es nicht anders wünschen, keine persönlichen Daten auf der Karte gespeichert
werden, so dass die Nutzer anonym bleiben. In der Aussprache gab es
viele Fragen zur technischen Durchführung, aber auch Bedenken. Während
ein Gast fürchtet, zum "gläsernen Kurgast" zu werden, wünscht ein
anderer, dass ihm, wenn er schon "eine Eintrittskarte" kaufe, auch
etwas geboten werden müsse, "wie in Disney-Land".
Eine ganz andere Sorge hat Gerd Gerdes: Er sieht die Gefahr, dass
die Gäste, die jetzt kommen und keine Kurtaxe zahlen, in Zukunft ganz
wegbleiben könnten. Dann könne man "die ganze Rechnung vergessen."
von Walter Dressel