Neue Leiterin im Nationalparkhaus
"Honoratiorenschwäbisch"
heisst das Hochdeutsch mit schwäbischer Klangfarbe, das durch Theodor
Heuss einst bundesweit bekannt wurde. In dieser anheimelnden Sprache
empfängt Regine Leicht, die neue Leiterin der Wangerooger Nationalparkstation
"Rosenhaus" ihre Gäste. Die Frage nach ihrer Herkunft erübrigt sich
also eigentlich; trotzdem wird sie immer wieder gefragt und erzählt
dann bereitwillig, dass sie aus Stuttgart komme und in Nürtingen Landschaftspflege
studiert habe. Seit sie das Studium abgeschlossen hat, ist Frau Leicht
Ingenieurin für Landespflege und damit Fachfrau für Landschaftsarchitektur
und-entwicklung. Ihre persönlichen Interessen innerhalb ihres Sachgebietes
liegen in den Bereichen Naturschutz und Umweltmanagement.
Leicht kennt die Insel seit 1996. Damals absolvierte sie von Mai bis
September ein Praktikum im Rosenhaus und kam seitdem immer wieder
auf die Insel. Als die Inselgemeinde dann die Stelle im Rosenhaus
ausschrieb, bewarb sie sich, denn "das ist eine Arbeit in einem Lebensraum,
der mir gefällt.", und fügt hinzu, dass sie sich gerne mit Ideen an
der Gestaltung der Gärten und Parks im Inseldorf beteiligen werde.
Im Rosenhaus will sie das Konzept fortführen, das ihre Vorgängerin,
Dr. Isolde Wrazidlo, entwickelt hat. Wie sie will auch Frau Leicht
mit Ausstellungen und bei Führungen nicht nur informieren und belehren
,sondern vor allem das Erlebnis der Inselnatur und ihre "Wahrnehmung
mit allen Sinnen" vermitteln. So hofft sie, dass ihre Gäste die Einmaligkeit
der Insel und des Watts "nicht nur intellektuell, sondern auch emotional
erfahren." Ausserdem sucht sie nach Wegen, auch behinderte in das
Angebot des Rosenhauses einzubeziehen. Hierbei setzt sie auf die Ideen
ihres Mitarbeiters André Thorenmeier, der Sport studiert hat und sich
dabei auch mit den besonderen Problemen Behinderter beschäftigt hat.
Natürlich weiss Regine Leicht, dass Nationalparkverordnung und -gesetz
zu Konflikten mit Interessen der Bewohner und Vermieter führen. Hier
sieht sie den Schutz des vorhandenen Naturraumes als wichtiges Ziel
ihrer Arbeit, meint aber ebenso, dass darunter der Schutz der Insel
und ihrer Bewohner nicht leiden darf.
Von Walter Dressel
Foto:Karsten Folkerts