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Bürgerversammlung
Auf Wangerooge
ist alles anders. Das dieser Snack auch für die Dorferneuerung
auf der Insel gilt, machte Andreas Presser auf einer Bürgerversammlung
am letzten Dienstag deutlich. In einem fast zweistündigen Referat
erklärte der Mitarbeiter des Architekturbüros Boner, dass die
Planung für eine Insel, die ausschliesslich vom Fremdenverkehr
lebe, andere Schwerpunkte setzen müsse, als die für ein Dorf,
das durch landwirtschaftliche Strukturen geprägt sei. Deshalb
solle man, so seine Meinung, auch besser von einer Entwicklungsplanung
für die Zukunft der Insel als von einer Dorferneuerung reden.
Um hierfür ein Konzept zu entwickeln, habe man zunächst eine
Bestandsaufnahmen gemacht, die verschiedenen Zonen der Insel
nach ihren Nutzungen eingeteilt und sie dann kritisch bewertet.
Für diese Beurteilung seien Funktionalität und Attraktivität
ebenso Kriterien gewesen, wie die Frage, ob die Gestaltung "inseltypisch"
sei.
Aus all diesen Überlegungen sei ein Konzept entwickelt worden,
das in den nächsten Jahren ein Leitfaden für die Gestaltung
im öffentlichen ebenso wie im privaten Bereich sein könne. Dann
stellte Presser einen Katalog von etwa 50 Massnahmen vor, die
im Rahmen der Dorferneuerung durchgeführt werden sollten. In
der anschliessenden Diskussion brachten Zuhörer zunächst ihre
Unzufriedenheit mit dem Verfahren und dem Ergebnis bei den ersten
beiden Massnahmen zur Dorferneuerung, dem Ausbau von Dorfplatz
und Appellplatz, zum Ausdruck.
Dann gaben die Fragen dem Inselbürgermeister Holger Kohls die
Gelegenheit zu erklären, "wie es nun weitergeht.". Er teilte
mit, es lägen drei weitgehend übereinstimmende Prioritätenlisten
vom Arbeitskreis Dorferneuerung, der CDU-Fraktion und der SPD-Fraktion
vor. Für die dort vorgeschlagenen Massnahmen würden nun die
Kosten ermittelt. Danach werde dann in den zuständigen Gremien
- Fachausschuss, Verwaltungsausschuss, Rat - öffentlich beraten,
wofür Fördermittel beantragt werden sollten. Die ausführliche
Diskussion darüber, was denn nun "inseltypisch" sei, führte
hingegen zu keinem greifbaren Ergebnis. Es sei denn, man sagt,
was da ist, ist typisch, insbesondere dann, wenn es das so auf
anderen Inseln nicht gibt.
Von Walter Dressel
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