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Frühjahrsdeichschau auf Wangerooge

Die Deiche der Insel Wangerooge sind schaufrei. Dieses Ergebnis der Frühjahrsdeichschau auf der Insel teilten Rainer Carstens vom NLWK (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserbau und Küstenschutz) und Wolfgang Wilts von der Bezirksregierung Weser-Ems, Aussenstelle Brake, mit. Das heisse jedoch nicht, dass auf der Insel nichts mehr getan werden müsse, waren sich beide Fachleute einig. Die Sturmfluten des Winters haben zu erheblichen Dünenabbrüchen am Harle Hörn im Westen der Insel geführt. Ausserdem vertiefen sich die Priele im Heller vor dem Westgrodendeich und nähern sich dem Deichfuss. Beides sei jedoch nicht bedrohlich und werde sich bei anderen Wetter- und Strömungsbedingungen möglicherweise wieder ausgleichen. Man werde beide Stellen jedoch weiter beobachten und eingreifen, sobald es nötig werde.

Weitergeführt werden die Reparaturen am Weg auf der Deichkrone und die Arbeiten zum aktiven Küstenschutz, also der Lahnungsbau im Watt vor dem Dorfdeich. Hier hofft Carstens, in diesem Jahr zwei Lahnungsfelder fertigstellen zu können. Bevor diese Arbeiten fortgeführt werden können, muss jedoch noch geklärt werden, auf welchem Weg die Steine für den Lahnungsbau herangeschafft werden. Im Vorjahr wurden die Steine auf dem Deichkronenweg herangefahren. Das führte zu erheblichen Schäden am Weg und auch an der Deichkrone. Bürgermeister Holger Kohls schlug deshalb schon damals vor, das Material wie in früheren Fällen mit Lastkähnen über das Watt zu bringen und dann zur Baustelle zu fahren. Diesen Vorschlag würden nach Angaben von Carstens und Wilts auch das NLWK und die Bezirksregierung akzeptieren. Als weitere Möglichkeit sieht Carstens den Bahntransport bis zum Deichschart und von da mit Landfahrzeugen zur Baustelle. Für beide Vorschläge müssen jedoch neue Genehmigungsanträge gestellt werden. Darüber, ob der von der Inselgemeinde favorisierte Vorschlag (über das Watt) oder der Bahntransport möglich sind, oder ob doch wieder der Weg über den Deich gewählt werden muss, entscheidet nun die Nationalparkverwaltung als zuständige Genehmigungsbehörde.

Von Walter Dressel


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Wangerooge News vom 14.05.99
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