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Aus dem Buch "Wangerooge Moin, moin!" von Hans-Jürgen Forster
DA BIN ICH ALSO WIEDER

"Na, geht es wieder nach Wangerooge?" Diese Frage, in der oft ironische oder mitleidige Untertöne mitschwingen, höre ich seit vielen Jahren, wenn ich wieder einmal beiläufig erwähne, "irgendwo" ausspannen zu wollen.

In Worte umgesetzt bedeuten diese Untertöne:
"Was sucht der arme Kerl im März oder November auf diesem winterlich-trostlosen Haufen Sand in der eiskalten Nordsee? Was will er in einem Ort, dessen Bewohner in dieser Jahreszeit doch nichts anderes übrigbleibt, als ihre Langeweile stumpfsinnig vor sich hinbrütend im Grog zu ertränken, in der Lokale und viele Läden von Oktober bis Ostern geschlossen bleiben, die Morgenzeitung, wenn überhaupt, erst abends geliefert werden und das rauhe Wetter selbst die heimischen Möwen weit ins Binnenland verschlägt?
Dieser bedauernswerte Mensch muß in seiner Kindheit mehrmals mit dem Kopf zwischen zwei Schleusentore geraten sein oder zu Hause in Dauerfehde mit seiner leidgeprüften Frau liegen. Wie sonst wäre es zu erklären, daß es ihn ungeachtet der grauen und kalten Jahreszeit immer wieder allein auf die Insel zieht!"

Ich weiß, daß die meisten meiner wohlmeinenden Mitmenschen mich nicht verstehen, und so versuche ich gar nicht erst, mich zu rechtfertigen.
Ebensowenig wären die Inselbewohner in der Lage, Verständnis dafür zu wecken, weshalb sie um nichts in der Welt ihr vermeintlich so tristes Inseldomizil aufgeben und etwa in eine Großstadt fernab der friesischen Waterkant ziehen würden.

Es geht das Gerücht von einem zahnschmerzgeplagten Insulaner, der auf halbem Weg zu seinem Kusendoktor in Neuharlingersiel wieder umgekehrt ist, um mit dem selben Schiff, daß ihn gerade erst ans Festland gebracht hatte, wieder zurückzufahren. Er hatte es vor Heimweh nicht mehr aushalten können.

Verbürgt ist dagegen, daß sich manch junger Wangerooger trotz Abiturs und qualifizierter Ausbildung lieber als Strandkorbträger, Pizzabäcker oder Saisonkellner auf der Insel verdingt, als eine wohlbezahlte Dauerstellung am Festland anzunehmen und seinem vertrauten Eiland den Rücken zu kehren.





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