Datum: 22.01.03 11:24:20 Name: walter
hallo lieber kuestenserver,
bin zufällig auf die "Web-seite"
von "Wangerooge"ge-landet. Ihr seit um Klassen bessser.
Nun zum
Golfplatz:
Warum läuft die Insel immer einem Trend hinterher, der bald
keiner mehr ist.
Die Gemeinde sollte sich mehr um die Familien mit Kinder
kümmern, anstatt einer elitären Schicht den Hof zu halten.
Was die
Insel braucht, ist ein vernünftiges Fremdenvekehrsmarketing.
Ich habe
seit einigen Jahren eine Ferienwohnung auf Wangerooge und bin somit häufig
auf der Insel.
Ebenso habe ich Marketingerfahrung und kann mir somit ein Urteil
erlauben.
Lieber Küstenserver.
Bleibt weiterhin so kritisch und
weckt diesen schlafenden
Gemeinerat (Ausnahmen gibt es immer) aus seinem Dornröschenschlaf
auf.
Viel Zeit bleibt nicht mehr.
Küstenserver:
Hallo Herr Sierp,
Das mit dem Marketing hat vor sicherlich 15 Jahren ein Prof.
Luft, Tourismusexperte aus Wilhelmshaven (Arbeitstitel: Tourismus GmbH), bereits
vorgetragen. Alle Leistungsträger der Insel wurden zu dem Vortrag geladen
und haben zu den Worten des Referenten einmütig genickt, genickt, genickt,
genickt..... Jahre später wurde die Idee dann noch einmal von einer DEHOGA
Arbeitsgruppe aufgegriffen und erfolglos ad acta gelegt, eine Vermarktungs-GmbH
aller insularen Leistungsträger war den Insel-Verantwortlichen und Insulanern
wohl doch zu suspekt. Wenn die Energie, die von einigen Leistungsträgern
zur Bekämpfung dieser Idee aufgewandt wurde, in Marketingarbeit hätte
umgewandelt werden können, hätte sich Wangerooge schon vor Jahren an
die Spitze der Ostfriesischen Inseln katapultiert und hätte mit inovativen
Angeboten und Leistungen schlechten Zeiten gelassen entgegen sehen können.
Heute kocht wieder jeder sein eigenes Süppchen. Natürlich sind aber
immer die Anderen oder die Umstände schuld daran, dass die Zahlen generell
rückläufig sind. Da hat der Küstenserver auch schon sein Fett vom
Bürgermeister abbekommen. Ob im Gemeinderat jemand wegen uns aufwacht, oder
ob da überhaupt jemand schläft möchte und kann ich nicht beurteilen,
ich gehe eher davon aus, dass nicht. So einfach ist die Arbeit der gewählten
ehrenamtlichen Vertreter ja nun auch wieder nicht. Unser Bürgermeister, als
gut dotierter Gemeindechef und Kurdirektor(!!!) könnte allerdings mal ein
bisschen von seiner "Verwalterlinie" abrücken und in Bezug auf
den EigenBETRIEB der Gemeinde ein besseres Marketingkonzept fahren. Eine gute
"MUKI"-Auslastung bringt es eben nicht nur. Eine überregionale
Vermarktung mit einem Insel-Angebot, das sich konkurrenzlos von anderen unterscheidet,
kann eben NUR eine hauptsächlich marktwirtschaftlich orientierte Kurverwaltung
leisten, deren Hauptinteresse nicht nur in der Gestaltungsvielfalt und Absicherung
von Gebührenerhebungen liegt. Diese Linie wird in schlechten Zeiten (und
auf die gehen wir offensichtlich mit riesigen Schritten zu, siehe auch offizielle
Stellungnahme "Jahr 2002 Durchwachsen" ) eine fatale Hebelwirkung haben.
Eine schlechte Konjunkturlage bedingt weniger Zuschüsse, sowie weniger Gebühren-
und Beitragseinnahmen der Gemeinde- und Kurverwaltung. Dadurch müssen aber
zwangläufig nicht nur die Gäste sonder auch die insularen Betriebe erneut
zur Beitrags-Kasse gebeten werden, auch und obwohl deren Einnahmen konjunkturbedingt
ja ebenfalls sinken.
Wer da nicht wirtschaftlich vorgesorgt hat, und das hat
unser gemeindeeigener Betrieb nun wahrlich nicht, wird in eine ordentliche Schuldenfalle
laufen und es besteht zusätzlich die Gefahr, dass er einzelne Inselbetriebe
auch noch mitreißt, wenn Gebühren und Abgaben erhöht werden müssen,
ohne dass die Einnahmen der Betriebe ebenfalls steigen, oder, was noch schlimmer
wäre, sogar sinken. Fatal zumal deshalb, weil sich der Fremdenverkehrsbeitrag
für die Wangerooger Betriebe eben nicht nach der Höhe der Einnahmen,
sondern nach diversen vorgehaltenen Einrichtungsgegenständen berechnet, ohne
Bezug zur Auslastung. Zumindest bei den Hauptbeitragszahlern, den Gaststätten
und den Gäste-Unterkünften, ist das so.
Aber ich denke, unsere Insellenker
werden es schon richten und was macht es auch schon, wenn der eine oder andere
auf der Strecke bleibt, bleibt eben mehr für die die übrig bleiben.
Darunter könnte dann allerdings das generelle Interesse der Gäste an
der Insel leiden. Hoffen wir mal, dass es nicht soweit kommen wird und, daß
das neu geplante "Kur-, Service- und Unterhaltungs-Zentrum" die erhofte
finanzielle und marktwirtschaftliche Erlösung bringen wird, vorausgesetzt,
es kann so finanziert werden, dass ALLE Insulaner davon profitieren und nicht
nur extra dafür gegründete Betreiber GmbH´s auswärtiger Firmen
und einige wenige örtliche Interessengruppen.
Mit
freundlichen Grüßen
Heino Plagenz